Nach Eskalation der Gewalt
Israel verschiebt Nahost-Gipfeltreffen

Nach der Eskalation der Gewalt hat Israel palästinensischen Angaben zufolge das geplante Nahost-Gipfeltreffen verschoben. Die Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon habe den Sonntag als Termin für die Gespräche zwischen ihm und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas abgesagt, sagte der palästinensische Chef-Unterhändler Saeb Erekat am Mittwoch.

HB KAIRO. Er nannte keinen neuen Termin. Zuvor hatte das israelische Militär seine Angriffe auf radikale Palästinenser ausgeweitet. Dabei beschoss die Armee den Gaza-Streifen das erste Mal seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 mit Artillerie.

„Die israelische Seite hat Kontakt mit uns aufgenommen und das Treffen wurde verschoben“, sagte Erekat in Kairo. „Wir wollen keine Gespräche nur um eines Gespräches willen, sondern im Gegenteil ein Treffen, das gut vorbereitet ist.“ Es wäre das erste Gipfeltreffen seit der israelischen Räumung des Gaza-Streifens nach fast 40-jähriger Besatzung gewesen. Der Abzug hatte Hoffnungen auf einen neuen Schub für den Friedensprozess geweckt. Die jüngste Verschärfung der Angriffe von beiden Seiten hatte jedoch Zweifel daran aufkommen lassen, ob die Gespräche wie geplant stattfinden.

Die israelische Luftwaffe griff am Mittwoch vier Ziele in Gaza-Stadt und Umgebung an und zerstörte dabei nach Angaben palästinensischer Augenzeugen sowie israelischer Militärkreise Büros radikaler Organisationen. Da die Raketen auch zwei große Generatoren trafen, waren Gaza-Stadt und ein großer Teil des nördlichen Küstenstreifens stundenlang ohne Strom. Selbst nach Notreparaturen waren bei Tagesanbruch noch mindestens 35.000 Menschen von dem Ausfall betroffen. Die Armee erklärte, sie fliege keine gezielten Angriffe auf das Elektrizitätsnetz. Bei einem weiteren Luftangriff wurde eine Brücke in Beit Hanun im Norden des Gaza-Streifens zerstört.

Beobachter gehen davon aus, dass Scharon mit seinem harten Vorgehen auch Kritik begegnen will, die Gaza-Räumung habe Israels Sicherheit gefährdet. In den vergangenen Tagen haben Palästinenser von dem Küstenstreifen aus Dutzende von Raketen auf Israel abgefeuert. Verteidigungsminister Schaul Mofas drohte weitere Schläge gegen die Extremisten an, „bis sie verstehen, dass es neue Spielregeln gibt“.

Im besetzten Westjordanland stießen Soldaten in die Städte Tulkarm und Kalkilja vor und versiegelten die Büros von mindestens zwei moslemischen Wohltätigkeitsorganisationen, die Verbindungen zur radikalen Hamas-Gruppe unterhalten sollen. 24 Extremisten seien festgenommen worden, teilte die Armee mit. Am Vortag hatte sich die Hamas in einem Video zur Entführung und Tötung eines israelischen Süßwarenverkäufers im Westjordanland bekannt. Es war der erste Israeli, der seit dem am 12. September abgeschlossenen Gaza-Abzug getötet wurde. Die Hamas hat sich der Zerstörung Israels verschrieben.

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