Nach EU-Sanktionen

Russland droht mit Energiepreis-Schock

Öl teurer, Gas teurer: Russland reagiert auf die Wirtschaftssanktionen des Westens mit seinem größten Trumpf – der Energieversorgung. Die, so heißt es aus Moskau, würde für die EU nun unweigerlich teurer werden.
Update: 31.07.2014 - 04:02 Uhr 31 Kommentare
Russische Gas-Pipeline: Die Energiepreise in der EU dürften sich verteuern. Quelle: AFP

Russische Gas-Pipeline: Die Energiepreise in der EU dürften sich verteuern.

(Foto: AFP)

Moskau, Berlin Russland hat als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen des Westens mit einer Erhöhung der Energiepreise in Europa gedroht. Der „verantwortungslose Schritt“ werde unweigerlich einen Preisanstieg auf dem europäischen Energiemarkt zur Folge haben, warnte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch. Auch die in Russland tätigen Banken aus der Europäischen Union müssten negative Folgen fürchten. Für Obst und Gemüse aus Polen hat Moskau bereits einen Importstopp verfügt.

Die EU und die USA hatten am Dienstag Wirtschaftssanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht, die sich auch gegen den Energiesektor richten. Damit soll Präsident Wladimir Putin dazu bewegt werden, die Unterstützung der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine zu beenden. Die Strafmaßnahmen treffen die russische Wirtschaft hart. Anzeichen für ein Einlenken Moskaus gibt es jedoch nicht.

Die Europäische Union hat zudem am Mittwochabend drei enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Einreiseverboten und Kontensperrungen bestraft. Dabei handelt es sich um zwei Miteigentümer der Bank Rossiya sowie um einen früheren Judo-Sparringspartner Putins. Die drei gehören zu insgesamt acht Personen, die Einreiseverbote erhielten und deren Vermögen in der EU eingefroren werden. Dies geht aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Amtsblatt der EU hervor.

Früherer Judo-Partner Putins ist auf der Liste

Putins früherer Judo-Partner Arkadi Romanowitsch Rotenberg wurde mit einer Kontosperrung und einem Einreiseverbot belegt. Rotenbergs Unternehmen hatten im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Sotschi lukrative Verträge an Land gezogen. Er ist auch an einer Firma beteiligt, die in den geplanten Bau einer Brücke von der Krim zum russischen Festland involviert ist. Auf der Sanktionsliste stehen auch mehrere ranghohe Vertreter der Krim-Regierung sowie der Rebellen in Lugansk und Donezk.

Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um einen staatlichen Rüstungskonzern, Almas-Antej, die Fluglinie Dobrolet, die Verbindungen von Moskau auf die Krim anbietet, sowie eine Bank im Besitz der Krim-Regierung.

Juri Kowaltschuk wird im Amtsblatt als langjähriger Vertrauter und größter Teilhaber der Bank Rossiya genannt. Die EU erklärte, die Bank habe Filialen auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim eröffnet und halte zudem Anteile an einer nationalen Mediengruppe, die wiederum mehrere Fernsehsender kontrolliere, welche die "Destabilisierung der Ukraine" aktiv unterstützten. Auch der zweitgrößte Teilhaber der Bank, Nikolai Schamalow, wurde auf die Sanktionsliste gesetzt.

Putin reagierte am Mittwoch mit keinem Wort auf die jüngste Entwicklung. Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow erklärte in Brüssel, der Weg über Sanktionen führe in die Sackgasse. Im Osten der Ukraine gingen die Kämpfe zwischen Regierungseinheiten und Separatisten unvermindert weiter.

Die Absturzstelle des Fluges MH17 blieb für internationale Beobachter weiter unerreichbar. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich darüber tief beunruhigt. Er erinnerte daran, „dass noch die Überreste von Opfern zu finden und Beweise zu sichern sind“.

Nach der EU hatten am Dienstagabend auch die USA die Sanktionen verschärft. US-Präsident Barack Obama sprach von einer eng koordinierten Aktion. Die Maßnahmen gegen den russischen Finanzsektor sowie gegen die Energie- und Rüstungsbranche hätten jetzt „noch mehr Biss“. Zugleich versicherte Obama aber auch: „Dies ist kein Kalter Krieg.“

Russland wertet das Vorgehen als Verstoß gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Das Weiße Haus agiere wie ein „pathetischer Chefankläger“, kritisierte das Außenministerium in Moskau. Die „kurzsichtigen und grundlosen“ Vorwürfe würden für die USA spürbare Konsequenzen nach sich ziehen.

G7 erhöhen den Druck
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31 Kommentare zu "Nach EU-Sanktionen: Russland droht mit Energiepreis-Schock"

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  • Maximilian Weißenfels einfach ignorieren. Ein bezahlter Schreiberling der EU Propagandamaschinerie!

  • Holger dem kann man sich nur anschließen, Herr Weißenfels der Name spricht Bände. Scheint fern jeglicher Realität zu sein. Russland ist Europa und Europa ist Russland Deutschland sowie der Rest von Europa auf Russland angewiesen auch im Nahrungsbereich. Ferner Russland einen absolutes Wirtschaft und Banken (Brics) Abkommen mit China - Lateinamerika - Asien - Indien getroffen hat. Diese Länder aus der Ausbeuter -Umklammerung Amerika`s, sich befreien wollen. Dadurch Amerikas Zusammenbruch voraus zu sehen ist.Ferner Herr Weißenfeld vergessen Sie, das NICHT nur Deutschland auf Russland angewiesen ist sondern die gesamte Feinmechanik Industrie. Russland hat die Rohstoffe woraus die Träume der Zukunft entstehen.

  • Nicht da!! In der Aufregung vergessen Entschuldigung.
    http://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/luftfahrt-2014/schockierende-analyse-zum-abschuss-der-malaysian-mh-017/

    Aufgrund dieser Lügen wurden gegen Russland Sanktionen erlassen. Haupträdelsführer AMERIKA.

  • An die lieben User hier.,
    Habe die Nachfrage: warum droht Russland irgend jemanden mit Energiepreis Schock??? Das muss mir einmal jemand erklären. Das was Russland jetzt begeht ist ganz Legitim hat weder etwas mit Sanktionen noch Racheakt zu tun, sowie es der Westen tut. Wie oft haben die Kaugummifresser willkürlich ihre Öl - Energiepreise erhöht mit was für Fadenscheinigen Argumenten, gesagt hat da niemand etwas. Wie seltsam.
    Jetzt begeht Russland den gleichen Weg und alles ist auf einmal eine Bösartigkeit. Wie sich doch die Menschen manipulieren lassen erschreckend. Amerika, Heist der größte Feind der Menschheit seit 1945, 378 Kriege damit kann kein land der Welt aufwarten. Prima und dann werden hier solche obskuren Intrigen der Unwahrheit geschrieben beschämend.

  • Möchte nur auf diesen Link verweisen. Wo eindeutig hervor
    geht, wer der wirkliche Aggressor ist.
    Eindeutige Beweise und logisch Nachvollziehbar des wirklichen Werdegangs zum Abschuss der MH017. Wer überlegt kommt selbst darauf, immer das gleiche Schema,
    der Intrige. Habe mich von dieser Lüge gegen Russland bei der obersten Verwaltungsangestellte Frau Merkel der BRD in sämtlichen Belangen der Boykott Sanktion gegenüber Russland Distanziert will mit solche einer Verbrecherpolitik nicht im Einklang gebracht werden.
    Zumal diese Sanktionen nur auf diesen Abschuss der Ukrainischen Kampfflugzeuge aufgebaut und abgeschoben werden sollen gegen Russland aber lest den Link ist interessant und der wahrheit am nächsten zumal mehrer Kommentare von fähigen und Klugen Köpfen in dieser Richtung schon abgegeben wurden.
    Wird einige nicht passen, aber wahr ist wahr und muss die Wahrheit bleiben.

  • @maximilian weißenfells,
    die russische Bevölkerung hat im Gegensatz zu uns noch Nationalstolz und ist sehr "leidensfähig".
    Sie, verehrter Herr Weißenfells, und wir alle werden, wenn die schwachsinnige Politik des Westens gegenüber Rußland fortgesetzt wird, hinsichtlich unserer "Leidensfähigkeit" recht bald geprüft. Mal schauen, welch kluge Sprüche sie dann von sich geben.
    Desweiteren könnten sie mir bitte erklären, wo und wann "wir"von Rußland erpreßt wurden. Oder zählen sie die äußerst korrupte und kriminelle Ukraine schon zu "uns"?

  • Herr Weissenfeld, das ist auch falsch. Russischer Weizen wird beispielsweise in grossen Aussmass exportiert und zwar über Glencore und Xtratra, die in der Schweiz sitzen. Genauso wie die Russische Erölpipeline in der Ostsee von Nordstream gebaut wird. Firmensitz Zug im Kanton Zug.

  • So weit sind wir noch nicht Herr Maximilian Weißenfels.
    Ein Staat welcher sanktioniert wird hat das Recht auf Gegenmaßnahmen, die Verträge betreffen ausschließlich Firmen und nicht Staaten. Ein Gaslieferant wird also aufgrund höherer Gewalt (Sanktionen) niemals vertragsbrüchig. Ihre Rechtsauffassung passt aber völlig zum dümmlichen USA-Mainstream.
    Anderer Lieferant?! Ja, am besten online den Vertrag abschließen und zum nächsten ersten klappt das dann schon. Oh Mann, da kräuseln sich einem die Fußnägel!

  • Ganz einfach. Weil Russland noch über Gas verfügt!

    Während es den anderen ausgeht. Angeblich produzieren die USA ja mittels Hydraulic Fracturing schon rund 3 Mio. Fass Energieäquivalent pro Tag. Aber glauben sie wirklich, dass das preiswerter ist. Jede Fracking Quelle ist nach 2 Jahren erschöpft und man braucht Unmengen von Wasser und Chemikalien. Genauso die Tiefseebohrungen und die Invasion im Irak. Das sind doch schon Verzweiflungstaten, weil die "billige" Energie ausgeht. Und das westliche bzw. nunmehr globale Wirtschaftsmodell beruht auf der Verfügbarkeit von praktisch kostenloser Energie.

    Wir warten aber einmal ab. In meinen Augen werden die naiven Sanktionen den Deutschen mehr weh tun als den Russen. Eines ist jedoch sicher. Es ist eine Verlierer-Verlierer Situation. Allein daran kann man schon sehen, dass die naive EU Politik gescheitert ist.

  • Herr Weißenfels, ich gebe Ihnen recht, dass sich Japan und Taiwan aktuell auf die Seite des Westens schlagen werden. Aber vergessen sie nicht. Japan steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Verschuldung Japans beträgt mehr als 200% des BIP und die Bevölkerung ist überaltert. Wie sich Japan nach dem Zusammenbruch/Währungsreform positioniert, ist unklar.

    Huawei macht schon mehr Umsatz im Netzwerkgeschäft als der europäische Konkurrent Ericsson. Die Netzwerksparte von Nokia wird auch weiter dahin siechen. Nach dem Verkauf der Endgerätesparte von Nokia an Microsoft können die Europäer schon keine Mobiltelefone mehr bauen. Ein funktionierende GPS haben sie auch nicht. Die Russen haben GLOSSNAS und die Chinesen haben auch ein eigenes Positionsbestimmungsgerät. TV, Laptop, Computer kommen alle aus Asien (Lenovo, Samsung, Acer). Ebenso das iPhone. Es gibt kein einziges im Westen produziertes iPhone. Die High Tech Chipherstellung findet ebenfalls bei TSMC oder anderswo in Asien statt. Zehn der 13 grössten Solarpanelhersteller kommen aus China. China könnte sogar den Transrapid exportieren. Und wenn jetzt Airbus noch ein Werk in Asien baut, um ein paar Flugzeuge abzusetzen, werden die Chinesen in 10 Jahren auch Linienmaschinen bauen. Europa ist im Niedergang und träumt, wähnt sich aber noch im kolonialistischen 20 Jahrhundert.

    Die Chinesische Autoindustrie ist in wenigen Jahren auch konkurrenzfähig. Abgesehen vom Premium Segment ist sie das schon heute. Und dafür hat man sich jetzt Saab und Rover gekauft.

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