Nach EU-Sanktionen
Russland droht mit Energiepreis-Schock

Öl teurer, Gas teurer: Russland reagiert auf die Wirtschaftssanktionen des Westens mit seinem größten Trumpf – der Energieversorgung. Die, so heißt es aus Moskau, würde für die EU nun unweigerlich teurer werden.
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Moskau, Berlin Russland hat als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen des Westens mit einer Erhöhung der Energiepreise in Europa gedroht. Der „verantwortungslose Schritt“ werde unweigerlich einen Preisanstieg auf dem europäischen Energiemarkt zur Folge haben, warnte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch. Auch die in Russland tätigen Banken aus der Europäischen Union müssten negative Folgen fürchten. Für Obst und Gemüse aus Polen hat Moskau bereits einen Importstopp verfügt.

Die EU und die USA hatten am Dienstag Wirtschaftssanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht, die sich auch gegen den Energiesektor richten. Damit soll Präsident Wladimir Putin dazu bewegt werden, die Unterstützung der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine zu beenden. Die Strafmaßnahmen treffen die russische Wirtschaft hart. Anzeichen für ein Einlenken Moskaus gibt es jedoch nicht.

Die Europäische Union hat zudem am Mittwochabend drei enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Einreiseverboten und Kontensperrungen bestraft. Dabei handelt es sich um zwei Miteigentümer der Bank Rossiya sowie um einen früheren Judo-Sparringspartner Putins. Die drei gehören zu insgesamt acht Personen, die Einreiseverbote erhielten und deren Vermögen in der EU eingefroren werden. Dies geht aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Amtsblatt der EU hervor.

Früherer Judo-Partner Putins ist auf der Liste

Putins früherer Judo-Partner Arkadi Romanowitsch Rotenberg wurde mit einer Kontosperrung und einem Einreiseverbot belegt. Rotenbergs Unternehmen hatten im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Sotschi lukrative Verträge an Land gezogen. Er ist auch an einer Firma beteiligt, die in den geplanten Bau einer Brücke von der Krim zum russischen Festland involviert ist. Auf der Sanktionsliste stehen auch mehrere ranghohe Vertreter der Krim-Regierung sowie der Rebellen in Lugansk und Donezk.

Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um einen staatlichen Rüstungskonzern, Almas-Antej, die Fluglinie Dobrolet, die Verbindungen von Moskau auf die Krim anbietet, sowie eine Bank im Besitz der Krim-Regierung.

Juri Kowaltschuk wird im Amtsblatt als langjähriger Vertrauter und größter Teilhaber der Bank Rossiya genannt. Die EU erklärte, die Bank habe Filialen auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim eröffnet und halte zudem Anteile an einer nationalen Mediengruppe, die wiederum mehrere Fernsehsender kontrolliere, welche die "Destabilisierung der Ukraine" aktiv unterstützten. Auch der zweitgrößte Teilhaber der Bank, Nikolai Schamalow, wurde auf die Sanktionsliste gesetzt.

Putin reagierte am Mittwoch mit keinem Wort auf die jüngste Entwicklung. Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow erklärte in Brüssel, der Weg über Sanktionen führe in die Sackgasse. Im Osten der Ukraine gingen die Kämpfe zwischen Regierungseinheiten und Separatisten unvermindert weiter.

Die Absturzstelle des Fluges MH17 blieb für internationale Beobachter weiter unerreichbar. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich darüber tief beunruhigt. Er erinnerte daran, „dass noch die Überreste von Opfern zu finden und Beweise zu sichern sind“.

Nach der EU hatten am Dienstagabend auch die USA die Sanktionen verschärft. US-Präsident Barack Obama sprach von einer eng koordinierten Aktion. Die Maßnahmen gegen den russischen Finanzsektor sowie gegen die Energie- und Rüstungsbranche hätten jetzt „noch mehr Biss“. Zugleich versicherte Obama aber auch: „Dies ist kein Kalter Krieg.“

Russland wertet das Vorgehen als Verstoß gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Das Weiße Haus agiere wie ein „pathetischer Chefankläger“, kritisierte das Außenministerium in Moskau. Die „kurzsichtigen und grundlosen“ Vorwürfe würden für die USA spürbare Konsequenzen nach sich ziehen.

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  • Maximilian Weißenfels einfach ignorieren. Ein bezahlter Schreiberling der EU Propagandamaschinerie!

  • Holger dem kann man sich nur anschließen, Herr Weißenfels der Name spricht Bände. Scheint fern jeglicher Realität zu sein. Russland ist Europa und Europa ist Russland Deutschland sowie der Rest von Europa auf Russland angewiesen auch im Nahrungsbereich. Ferner Russland einen absolutes Wirtschaft und Banken (Brics) Abkommen mit China - Lateinamerika - Asien - Indien getroffen hat. Diese Länder aus der Ausbeuter -Umklammerung Amerika`s, sich befreien wollen. Dadurch Amerikas Zusammenbruch voraus zu sehen ist.Ferner Herr Weißenfeld vergessen Sie, das NICHT nur Deutschland auf Russland angewiesen ist sondern die gesamte Feinmechanik Industrie. Russland hat die Rohstoffe woraus die Träume der Zukunft entstehen.

  • Nicht da!! In der Aufregung vergessen Entschuldigung.
    http://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/luftfahrt-2014/schockierende-analyse-zum-abschuss-der-malaysian-mh-017/

    Aufgrund dieser Lügen wurden gegen Russland Sanktionen erlassen. Haupträdelsführer AMERIKA.

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