Nach Explosionen an Pipelines
Georgien von Gasversorgung abgeschnitten

Nach zwei Explosionen an Gaspipelines in Südrussland droht Georgien eine Versorgungskrise. Die Detonationen führten am Sonntag zu einer Unterbrechung der Erdgaslieferungen in das Land sowie nach Armenien. Sabotage wird nicht ausgeschlossen.

HB MOSKAU/TIFLIS. Die Reparatur werde zwei bis drei Tage dauern, zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass einen Sprecher des russischen Ministeriums für Notlagen. Die Vorräte in Georgien reichen allerdings nur einen Tag, wie eine Sprecherin des Energieministeriums in Tiflis sagte. Georgien bezieht seinen gesamtem Gasbedarf aus Russland. Von der Lieferunterbrechung ist auch Armenien betroffen, das Gas aus Russland über Georgien bezieht.

Betroffen seien zwei Pipelines in Nordossetien unweit der Grenze zu Georgien, sagte Viktor Beltsow, ein Sprecher des Ministeriums für Notlagen. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen wegen Sabotage aufgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax. Es bestehe der Verdacht auf vorsätzliche Zerstörung von Eigentum, wurde der leitende Staatsanwalt für die südliche Region, Nikolai Schepel, zitiert. Auch Beamte des Inlandsgeheimdienstes FSB seien zu den Ermittlungen hinzugezogen worden, berichtete Itar-Tass. Die Region grenzt an die Republik Tschetschenien, wo moslemische Rebellen seit Jahren für eine Unabhängigkeit von Russland kämpfen.

Beamte des georgischen Energieministeriums reisten am Sonntag ins benachbarte Aserbaidschan, um über die Aufnahme von Gaslieferungen durch eine Pipeline von der Hauptstadt Baku in die georgische Hafenstadt Batumi zu verhandeln. Bis diese Pipeline betriebsbereit sei, vergingen aber drei Tage, sagte Ministeriumssprecherin Teona Doliaschwili.

Russisches Gas fließt durch Georgien auch nach Armenien, von wo wiederum Strom nach Georgien geliefert wird. Wegen der Unterbrechung der Gaszufuhr waren am Sonntag auch die Stromlieferungen aus Armenien nach Georgien unterbrochen. In den vergangenen Jahren wurden russische Pipelines im Süden des Landes gelegentlich bei Explosionen beschädigt, die auf Sabotage zurückgeführt wurden. Dabei wurde die Energieversorgung aber nie stärker beeinträchtigt.

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