Nach Fährunglück
Südkoreas Präsidentin ernennt neuen Regierungschef

Im zweiten Anlauf will Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye den Posten des Premierministers neu besetzen. Ihr erster Kandidat hatte auf das Amt verzichtet. Jetzt soll ein früherer Journalist Regierungschef werden.
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Seoul Fast zwei Monate nach der Fährkatastrophe in Südkorea hat Präsidentin Park Geun Hye einen neuen Anlauf genommen, das Amt des Ministerpräsidenten zu besetzen. Die Staatschefin ernannte am Dienstag den früheren Journalisten Moon Chang Keuk (65) für den Posten. Moon soll Nachfolger von Chung Hong Won werden. Dieser hatte als Reaktion auf heftige Kritik am Krisenmanagement der Regierung nach dem Schiffsunglück seinen Rücktritt als Regierungschef erklärt.

Der neue Regierungschef war ursprünglich nicht die erste Wahl. Vor zwei Wochen hatte der bereits designierte Premierminister Ahn Dai Hee - ein früherer Richter am Obersten Gerichtshof - wegen Bereicherungsvorwürfen seinen Amtsverzicht erklärt. Moon, einst Chefredakteur der konservativen Zeitung „JoongAng Ilbo“, sei die richtige Person, um Reformen durchzuführen und „fehlerhafte Praktiken“ in der Gesellschaft auszumerzen, sagte ein Sprecher Parks in Seoul.

Der Ernennung Moons muss die Nationalversammlung zustimmen. Im Parlament hat die Regierungspartei eine Mehrheit. Das Präsidialsystem Südkoreas billigt dem Staatsoberhaupt fast alle wichtigen Entscheidungen zu.

Seit dem Schiffsuntergang ist die Regierung vor allem darum bemüht, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Insbesondere die Familien der Opfer kritisieren die Behörden, nicht genug für die Rettung der Passagiere unternommen zu haben. Die „Sewol“ war am 16. April vor der Südwestküste Südkoreas mit 476 Menschen an Bord gekentert. Mindestens 292 Menschen kamen ums Leben. Am Dienstag galten noch zwölf Menschen als vermisst.

Präsidentin Park ernannte auch einen neuen Chef des Geheimdienstes. Den Posten des Direktors des staatlichen Aufklärungsdienstes soll der bisherige Botschafter in Japan, Lee Byung Kee, übernehmen. Der bisherige Geheimdienstchef Nam Jang Joon war im Mai zurückgetreten. Seiner Behörde war unter anderem vorgeworfen worden, sie habe versucht, den Wahlkampf vor der Präsidentenwahl Ende 2012 zu manipulieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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