Nach Flugzeug-Unglück: Politiker stellen WM 2018 in Russland in Frage

Nach Flugzeug-Unglück
Politiker stellen WM 2018 in Russland in Frage

Die Fußball-WM 2018 findet in Russland statt. Nach dem Absturz des Fluges MH17 stellen nun aber deutsche Politiker die Ausrichtung in Frage. Die SPD kritisiert die Debatte scharf und fordert mehr diplomatischen Einsatz.

BerlinAngesichts der jüngsten Zuspitzung im Ukraine-Konflikt hat der Vize-Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, den Fußballweltverband Fifa aufgefordert, die geplante Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland neu zu vergeben. „Die Fifa sollte sich Gedanken darüber machen, ob Russland ein geeignetes WM-Land ist, wenn es noch nicht einmal sichere Luftwege garantieren kann“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Deutschland könne zusammen mit Frankreich und Italien „ohne Probleme“ das Turnier übernehmen. „Wir haben genügend Stadien, die WM-tauglich sind.“

Fuchs betonte, dass eine Neuvergabe der WM als Strafmaßnahme wesentlich wirkungsvoller sei, als die Verhängung harter Wirtschaftssanktionen. Die russischen Grenzen seien „in ihrer Vielfalt“ viel zu durchlässig, um das Land etwa von Importen abzuschneiden. Die Umsetzung möglicher Handelsbeschränkungen ließe sich daher kaum effektiv kontrollieren. „Die beste Sanktion wäre, weniger Russen-Gas zu importieren“, sagte Fuchs.

Der CDU-Sportpolitiker Frank Steffel zeigte sich offen für eine Verlegung der WM. Die Fifa müsse dem russischen Präsidenten Wladimir Putin klar machen, dass die Einhaltung des Völkerrechts die Voraussetzung für eine Fußballweltmeisterschaft in Russland sei. „Wenn sich Putin nicht ans Völkerrecht hält, sollte die WM in einem anderen Land stattfinden“, sagte Steffel, der Mitglied im Bundestags-Sportausschuss ist, der Berliner Tageszeitung „B.Z.“.

Die CDU-Abgeordnete Erika Steinbach sagte, sie halte es „für unvertretbar, dass bei einem solchen Kriegstreiber wie Putin die nächste Fußball-WM stattfindet“. Und auch der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner, zweifelt an der Fifa-Entscheidung für Russland als WM-Austragungsort: „Solange Russland außenpolitisch so agiert und Menschenrechte mit Füßen getreten werden, sollte dort kein internationales sportliches Großereignis mehr stattfinden“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete. „Russland muss erst den Weg zum Frieden zurückfinden, seinen Beitrag dafür leisten und für die Einhaltung von Menschenrechten sorgen, bevor dort auch eine Fußballweltmeisterschaft stattfinden kann.“

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