Nach Freilassung
Sozialisten hoffen auf DSK-Comeback

Helle Aufregung bei Frankreichs Sozialisten: Die Affäre um den ehemaligen IWF-Chef Strauss-Kahn könnte bald zu den Akten gelegt werden. Aber ist eine Präsidentschaftskandidatur überhaupt realistisch?
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Monaco/New York ParisIn Frankreich hat sich viel verändert, seit Dominique Strauss-Kahn in Handschellen abgeführt wurde, um sich Vergewaltigungsvorwürfen eines Zimmermädchens zu stellen: Ein blasser Normalo wurde statt des schillernden Strauss-Kahn zum Favoriten der Opposition bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen. Und Präsident Nicolas Sarkozy verlor seine beste Ministerin und Finanzexpertin, Christine Lagarde, die Strauss-Kahn an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) ablöste.

Doch nun die überraschende Wende: Vielleicht war alles gar nicht so, vielleicht wird DSK freigesprochen und tritt am Ende doch noch gegen Sarkozy an. Bei den Sozialisten, bei denen Strauss-Kahn lange als aussichtsreichster Kandidat galt, herrscht helle Aufregung.

Nichts soll Strauss-Kahn an einer Kandidatur hindern

Ex-Parteichef François Hollande sprach als erster aus, was viele denken: „Nichts sollte Dominique Strauss-Kahn hindern, anzutreten“, sagte er. Konkret bedeutet dies, die Frist für die Kandidaten der Vorwahl vom 13. Juli um ein paar Wochen zu verschieben. Nach dem ursprünglichen Plan wollten die Sozialisten im Oktober bestimmen, wer von ihnen den Wahlkampf gegen Sarkozy aufnehmen soll.

Ist eine Kandidatur Strauss-Kahns in Frankreich realistisch? Im Fall eines Freispruchs hätte er zumindest Zeit für einen neuen Job, da sein IWF-Posten bereits an Lagarde vergeben ist. Andererseits: Wollen die Linken einen Kandidaten - und die Franzosen einen Präsidenten - der eine solche Geschichte hinter sich hat? Zumal ja noch niemand weiß, wie diese Affäre tatsächlich endet.

Dass Strauss-Kahns Anwälte versuchen würden, die Anklägerin zu diskreditieren, stand schon früh fest. Falls sie bei ihrem Asylantrag geschummelt hat, bedeutet aber noch lange nicht, dass sie eine Vergewaltigung erfunden hat, meinen auch manche seiner alten Anhänger.

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  • Ich hielte eine neue Kandidatur nicht für gut und wohl auch nicht aussichtsreich.
    Die Sache mit dem zimmermädchen mag so nicht ganz stimmen, aber auch in frankreich hat er diesbezüglich ja genug Dreck am Stecken.
    Hätte Strauss-Kahn Charakter würde er an eine Kandidatur gar nicht denken und sich erst einmal völlig aus der Öffentlichkeit zurück ziehen

  • Offenbar wird mit hohem Aufwand versucht, die Klägerin unglaubwürdig zu machen, indem man ihr gesamtes Leben akribisch scant und nach Schwächen sucht.

    Das die Klägerin im privaten Kreis nach der Tat eine Entschädigungsklage errötert hat, sehe ich als ganz normal an. Jeder würde das machen. Die anderen Sachen sind auch nur Bagatelldelikte, die aufgebauscht und übertrieben werden. Diese billigen Versuche mit Hilfe der linken Presse diesen Fall zu drehen sind viel zu offensichtlich.

    Die Beweise sind immer noch eindeutig. Kratzspuren, beschädigte Kleidung, Verletzung im Intimbereich und ein gescheiterter Alibiversuch (er war zu dieser Zeit Essen - bis sich das anhand von Spermaspuren auf der Kleidung nicht mehr halten ließ - dann war es plötzlich freiwilliger Sex).

    Einigen Überschriften zu diesem Fall mangelt es stark an Objektivität und es sieht nach einer Kampagne aus.

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