Nach G7-Gipfel
Gabriel spricht USA Führungsrolle ab

Außenminister Sigmar Gabriel hat den USA unter Präsident Donald Trump die Führungsrolle in der westlichen Wertegemeinschaft abgesprochen. Der G7-Gipfel sei „ein Signal für die Veränderung im Kräfteverhältnis in der Welt“.
  • 7

BerlinNach dem weitgehend gescheiterten G7-Gipfel hat Außenminister Sigmar Gabriel den USA unter Präsident Donald Trump die Führungsrolle in der westlichen Wertegemeinschaft abgesprochen. Der SPD-Politiker sprach am Montag in Berlin von einem „Ausfall der Vereinigten Staaten als wichtige Nation“. Es habe sich am Wochenende nicht nur um einen missglückten G7-Gipfel gehandelt. „Das ist leider ein Signal für die Veränderung im Kräfteverhältnis in der Welt“, sagte Gabriel nach einem Treffen mit Vertretern internationaler Organisationen zur Flüchtlingskrise. „Der Westen wird gerade etwas kleiner.“

Gabriel sagte, die USA seien ein Land, das „in der Vergangenheit eine Führungsrolle übernommen“ habe. Er warf der Regierung Trumps vor allem vor, die Durchsetzung nationaler Interessen über die internationale Ordnung zu stellen. Er kritisierte aber auch die US-Haltung zum Klimaschutz. Für ein verheerendes Zeichen hält Gabriel, dass Trump auf seiner ersten Auslandsreise zuerst nach Saudi-Arabien gereist sei. Dort habe er einen milliardenschweren Waffendeal abgeschlossen und die Menschenrechtslage nicht angesprochen.

Der Vizekanzler sieht wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine stärkere Rolle Europas als notwendige Konsequenz aus der US-Politik. Man müsse mehr für den Zusammenhalt Europas tun. „Nur dann werden wir die Kraft haben weltpolitisch glaubwürdig ein Akteur zu sein“, sagte er. „Meine feste Überzeugung ist, dass wir als Europäer stärker werden müssen und alles daran setzen werden, die Vereinigten Staaten von Amerika eines Tages wieder zurückzuholen in diese Idee des Westens.“

Gabriel wies darauf hin, dass andere Länder versuchten, das Machtvakuum zu schließen. „Wir erleben gerade, dass dort, wo sich jemand zurückzieht aus internationalen Verträgen, andere eintreten - zum Beispiel China“, sagte Gabriel. Das Problem sei aber, dass China versuche, andere Standards zu etablieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach G7-Gipfel: Gabriel spricht USA Führungsrolle ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Herr Heinz Keizer@ Herr Trump braucht die Presse nicht von daher haben sie recht
    und das Ausland ist ihm auch egal. Ein Anderer aber, nicht gesellschaftsfähig,
    und unfähig, kommt Zwecks Werbung mit Sprüchen in die Zeitung und das ist bedenklich, vor allem im Ausland, das hiesige Pack ist es gewöhnt.

  • @ Herr Peter Spiegel29.05.2017, 17:40 Uhr

    "Leute die nicht gesellschaftsfähig sind, sollte man nicht in die Zeitung bringen. Was soll das Ausland denken ?"

    Als ob dem Trump nicht egal wäre, was das Ausland denkt. Und mit den Zeitungen hat er es ja auch nicht so. Wobei, "nicht gesellschaftsfähig" ist doch wohl sehr geschmeichelt.

  • @Herr Eric Boule

    "EU-Eliten sind eine Mischung geworden aus Populismus und Machterhalt."

    Meine Formulierungsvorschlag: EU-Eliten sind zu einer Institution des Machterhalts verkommen, die sich polulistischer Methoden bedienen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%