Nach Gas-Deal mit Putin
Proteste in der Ukraine ebben ab

Russlands Präsident Putin hat der Ukraine Milliardenhilfen und billiges Gas versprochen. Nun lassen die Proteste in Kiew nach. Die Zahl der Demonstranten ist von mehreren hunderttausend auf rund 40.000 geschrumpft.
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Kiew/BerlinDie ukrainische Opposition an Zugkraft verloren: An der sonntäglichen Kundgebung der Gegner von Präsident Viktor Janukowitsch beteiligten sich diesmal nur rund 40.000 Demonstranten, zuvor waren es stets mehrere hunderttausend gewesen. Grund dafür ist wahrscheinlich die Ankündigung Russlands, den Gaspreis für die Ukraine um rund ein Drittel zu senken und knapp elf Milliarden Euro in ukrainische Staatsanleihen zu investieren.

Von Berlin aus sprach der gerade aus dem russischen Straflager entlassene Kremlgegner Michail Chodorkowski den Menschen auf dem Maidan Mut zu. Er forderte den prorussischen Präsidenten Viktor Janukowisch auf, die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko freizulassen. Auch Oppositionsführer Vitali Klitschko sprach sich dafür aus.

Chodorkowski war zuvor vom Kremlchef Wladimir Putin begnadigt worden und mit deutscher Hilfe freigekommen. Auf dem Maidan jubelten die Menschen Chodorkowski zu und bezeichneten ihn als „Molodez!“, einen prächtigen Menschen.

Klitschko forderte zum Durchhalten auf. "Wir werden nicht gehen", sagte Klitschko. "Wir werden Neujahr hier feiern und wir werden Weihnachten hier feiern." Nach dem orthodoxen Kalender findet das Weihnachtfest in der Ukraine am 7. Januar statt.

Per Resolution gab die ukrainische Opposition die Gründung der landesweiten Organisation „Maidan“ bekannt. Dem „Maidan“-Rat gehören neben Vertretern der parlamentarischen Opposition auch die Sängerin Ruslana sowie die Ex-Regierungschefin Timoschenko an. Ziele seien Verfassungsänderungen und ein Kurs in Richtung EU.

Durch den Gas- und Investitions-Deal mit Russlands Präsident Putin hat Janukowitsch jedoch offensichtlich seine Position gestärkt. Die Proteste seien in eine „Sackgasse“ geraten, sagte der Student Ostap Nikitin, der sich an der sonntäglichen Kundgebung in Kiew beteiligte. Nunmehr müssten sich die Oppositionsführer darum kümmern, „die Machthaber zu schwächen“.

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir forderte den neuen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in der „Bild am Sonntag“ auf, in die Ukraine zu reisen und ähnlich wie sein Amtsvorgänger Guido Westerwelle (FDP) die ukrainische Opposition direkt zu unterstützen.

Bereits zum fünften Mal in Folge versammelten sich die Anhänger der Opposition am Sonntag auf dem Maidan-Platz in Kiew. Diesmal war die Teilnehmerzahl dabei am niedrigsten. Ende November hatte Janukowitsch offenbar auf Druck Russlands die lang geplante Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der EU abgesagt. Seitdem sieht sich die Regierung in Kiew mit anhaltenden Massenprotesten konfrontiert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Gas-Deal mit Putin: Proteste in der Ukraine ebben ab"

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  • Herr Özdemir hat offensichtlich keine Ahnung von internationalen Gepflogenheiten,ebenso Herr Westerwelle :
    M.E. existiert immer noch der Grundsatz der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes .Leider wird dieser Grundsatz jedoch auch von der westlichen Wertegemeinschaft und anderen ständig mit Füssen getreten.

  • Ob eine (bezahlbar) warme Wohnung unter dem Strich nicht doch günstiger ist als vom Regen in die Traufe zu kommen?

    Wenn man jahrzehntelang Mitglied der UdSSR war ist eine Zukunft als Mitglied der EUdSSR nur für die handvoll Profiteure erstrebenswert. Das Volk als solches hatte ganz allgemein bislang oft nur wenig davon - siehe Ungarn, Rumänien, Bulgarien. Auch die Vorteile für Deutschland sind seit der Einführung des Euro eher überschaubar geworden.

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