Nach Gerichtsbeschluss weiter siegessicher
Schwarzenegger will sich nicht stoppen lassen

Auch nach einem Gerichtsbeschluss zum Aufschub der Gouverneurswahl in Kalifornien ist Arnold Schwarzenegger optimistisch, dass er das höchste Amt in Kalifornien erobern wird.

HB WASHINGTON. In einer Erklärung äußerte der Action-Star am Montag (Ortszeit) die Erwartung, dass die gerichtliche Entscheidung keinen Bestand haben werde und kündigte an, dass er weiterhin mit aller Kraft für einen Sieg kämpfen werde. Experten gehen davon aus, dass ein Aufschub die Chancen für eine Wahl des Republikaners und gebürtigen Österreichers verringern würde.

Schwarzenegger ist der prominenteste Gouverneurskandidat bei der so genannten Recall-Wahl, bei der die Bürger über eine Absetzung des derzeitigen demokratischen Amtsinhabers Gray Davis und zugleich über einen möglichen Nachfolger entscheiden sollen. Diese Wahl war ursprünglich für den 7. Oktober geplant. Ein Bundesberufungsgericht in San Francisco hatte am Montag aber einen Aufschub verfügt - mit der Begründung, dass bei der Abstimmung in vielen Wahlbezirken ähnlich veraltete Stanzvorrichtungen benutzt würden wie jene, die bei der Präsidentenwahl im Jahr 2000 in Florida ein bisher beispielloses Chaos ausgelöst hatten.

Dieses System, bei dem neben dem Namen des bevorzugten Kandidaten auf dem Wahlzettel ein Loch eingedrückt wird, hatte vor allem Wähler aus ethnischen Minderheitengruppen vor Probleme gestellt. Überdurchschnittlich viele Stimmen in Florida wurden für ungültig erklärt, und am Ende entschied das höchste US-Gericht die Wahl zu Gunsten des Republikaners George W. Bush.

Auch bei der Recall-Wahl in Kalifornien könnte der oberste Gerichtshof durch die endgültige Festsetzung des Wahltermins eine entscheidende Rolle spielen. Die führenden Betreiber einer Abwahl von Davis haben bereits angekündigt, dass sie in kürzester Zeit direkt bei der höchsten US-Instanz Berufung gegen die Aufschub-Entscheidung vom Montag einlegen werden.

Insgesamt haben sich rund 130 Kandidaten für die Gouverneurswahl angemeldet. Bei jüngsten Umfragen trat aber nur noch eine relativ knappe Mehrheit für eine Absetzung von Davis ein, der vor allem wegen kalifornischer Rekord-Staatsverschuldung in Misskredit geraten ist. Zugleich kristallisierte sich der bisherige demokratische Vize-Gouverneur Cruz Bustamante im Kandidatenfeld als Spitzenreiter im Fall einer Davis-Abwahl heraus: Er lag Erhebungen zufolge fünf Prozent vor Schwarzenegger, dem dazu wachsende Konkurrenz aus den eigenen Reihen durch den republikanischen kalifornischen Senator Tom McClintock droht.

Experten glauben, dass sich der „Prominenten-Vorteil“ für Schwarzenegger im Laufe der nächsten Wochen weiter abnutzen wird. Sollte der gerichtliche Aufschub Bestand haben, würden die Wahlen zudem voraussichtlich am 2. März stattfinden und damit am selben Tag wie die Präsidentschaftsvorwahl in Kalifornien. Beobachter verweisen darauf, dass dabei erfahrungsgemäß die Wahlbeteiligung bei den demokratischen Bürgern höher liegt als bei den Republikanern, was sich dann ebenfalls negativ auf Schwarzeneggers Chancen auswirken könnte.

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