Nach geschasster Ministerin
Frankreichs Grüne drohen mit Regierungsaustritt

Umweltministerin Batho hatte offen Hollandes Sparpläne kritisiert - und flog dafür aus ihrem Amt. Die französischen Grünen sind empört und verlangen Fortschritte beim versprochenen „ökologischen Wandel“.
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ParisDie französischen Grünen drohen nach der Entlassung von Umweltministerin Delphine Batho mit einem Austritt aus der Regierung unter Präsident François Hollande. Wenn es in der nächsten Zeit keine Fortschritte bei Themen wie der Energiewende gebe, werde man die Konsequenzen ziehen, sagte der grüne Entwicklungshilfeminister Pascal Canfin am Mittwoch dem Radiosender France Info. Seine Partei verlange Taten, damit der versprochene „ökologische Wandel“ zu einer echten Priorität werde.

Die zum sozialistischen Regierungslager gehörende Batho war am Dienstagabend von Hollande von ihren Aufgaben entbunden worden. Sie hatte zuvor offen Kritik an den Sparvorgaben für ihr Ressort geäußert. „Das ist ein schlechtes Budget“, sagte die 40-Jährige zu den Haushaltsplänen. Zudem konstatierte sie in der Bevölkerung eine „Enttäuschung in Hinblick auf die Regierung“ und einen „Zweifel am Willen zum Wandel“.

Bathos Nachfolger Philippe Martin ist bereits der dritte Umweltminister in der Regierung von Premierminister Jean-Marc Ayrault. Er gehört wie seine Vorgängerinnen den Sozialisten an. Die Grünen stellten im Kabinett lediglich die Minister für Entwicklungshilfe und Wohnungsbau.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach geschasster Ministerin: Frankreichs Grüne drohen mit Regierungsaustritt"

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  • @ HofmannM
    Was Sie da von sich geben ist ja Stammtischpalaver in Reinkultur!
    Wenn ich mir Ihren Kommentar durchlese, stelle ich fest, daß Sie einer der leider noch so vielen sind, die es (noch) nicht kapiert haben.
    1. Die heutige Technologie macht es bereits möglich "die Launen der Natur" zwar nicht unbedingt zu beherrschen, aber zumindest auszunutzen indem wir uns ihnen soweit anpassen, daß wir sie ausnutzen können.
    2. Mit der Engergiewende soll keine zweite Energieerzeugungsstruktur im Sinne von zusätzlich, geschaffen werden, sondern als Ersatz / Nachfolgemodell der vorhandenen. Die "alten", noch vorhandenen Strukturen können früher oder später sukzessive verschwinden.
    3. Den Beweis, das PV-Anlagen, Windräder und Biogasanlagen landschafts- und naturzerstörerischer sind als Uranerzabbau oder Braunkohletagebau muß erst noch erbracht werden. Selbst die großen Stromerzeuger trauen sich nicht wirklich einen Versuch dazu zu unternehmen.
    4.1 Weder ein Kohle-, noch ein Gas- noch ein Atomkraftwerk garantieren "uns" ( wenn immer Sie damit auch meinen) Wohlstand. Oder warum jammern bei uns in D so viele über zu hohe Strompreise?
    Und Unabhängigkeit garantieren "uns" diese Arten der Stromerzeugung schon erst recht überhaut gar nicht.
    Um Diskussionen um ein paar Prozente rauf oder runter zu vermeiden,schreibe ich es mal so:
    Der mit Abstand größte Teil "unserer" zur Energieerzeugung benötigten Rohstoffe kommt aus Ländern die bei Bedarf "uns" sofort den Hahn zu drehen können.
    Ganz davon abgesehen daß diese Rohstoffe früher oder später auch zu Ende gehen, und vorher immer teurer werden. Wo wir wieder beim Wohlstand wären.....

  • @ HofmannM
    Es ist sehr viel effizienter, die pflanzliche Nahrungsmittel direkt zu essen, statt sie sehr uneffektiv über die moralisch zweifelhafte "Zwischenhändler Nutztier" umwandeln zu lassen. Aber das ist ein anderes Thema (geht aber genau auf Ihr Vorurteil).

    Wegen Uran und Kohleabbau: die Erneuerbaren ersetzten genau das aber. Je mehr PV und Wind genutzt wird, umso weniger muss man neue Braunkohle abbauen.

    Wegen der Energiewende: Sie wollen sich wohl nicht informieren. Sonst würden Sie zahlreiche Studien für 100% Erneuerbar finden.

    Ein Kohle-Gas bzw Uran-KW´s erzeugen erstmal zahlreiche externe Kosten, die der Steuerzahler in der Gegenwart und noch lange in der Zukuft (auch lange nach der Abschaltung) zahlen muss. Das ist kein Wohlstand, das ist Ignoranz (Kosten auf andere Schulter verlagern).

  • Madame Le Pen wartet nur darauf, dann bekommt Frankreich eine rechts- nationalistische Regierung. Ob uns damit geholfen ist?

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