Nach Gipfeleklat
Chavez will spanische Unternehmen büßen lassen

Venezuelas Präsident Hugo Chavez ist beleidigt. Der spanische König hatte den Linksnationalisten am Wochenende auf dem Iberoamerika-Gipfel in Chile bei einer Diskussion angefahren: „Warum hältst Du nicht endlich den Mund?“ Dafür sollen spanische Unternehmen jetzt büßen.

HB CARACAS. Venezuelas Präsident Hugo Chavez überprüft die Beziehungen seines Landes zu Spanien, nachdem ihn König Juan Carlos öffentlich zurechtgewiesen hatte. Chavez sagte im staatlichen Fernsehen, er werde die politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Verbindungen beider Länder unter die Lupe nehmen. „Das bedeutet, dass die spanischen Unternehmen stärker Rechenschaft ablegen müssen, und ich werde mir genau anschauen, was hier passiert“, erklärte der Linkspolitiker.

Bereits zuvor hatte er mit wirtschaftlichen Konsequenzen für Spanien gedroht, falls Juan Carlos sich nicht für seine verbale Entgleisung entschuldige. Spanische Firmen wie die Banken Santander und BBVA haben im Erdölland Venezuela in Milliardenhöhe investiert.

Spaniens Monarch sei mit seiner Äußerung beim Iberoamerika-Gipfel am Wochenende „durchgedreht“ und habe 500 Jahre Arroganz einer Kolonialmacht bewiesen, kritisierte Chavez weiter. „Warum halten Sie nicht den Mund“, hatte der König dem Präsidenten zugerufen, als dieser den spanischen Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero bei dem Treffen in Chile zu unterbrechen versuchte.

Das spanische Königshaus war jahrhundertelang Kolonialmacht in Lateinamerika. Während seiner Herrschaft wurden Ureinwohner versklavt und Bodenschätze der Region ausgebeutet. Die deshalb vorhandenen Ressentiments vieler Lateinamerikaner nutzt Chavez Beobachtern zufolge nun in seiner Kampagne vor einem Referendum am 02. Dezember über Verfassungsänderungen. Mit der Volksabstimmung soll nach Chavez' Willen die Amtszeitbegrenzung im Präsidentenamt abgeschafft werden.

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