Nach Gottesdienst
Tote bei Anschlägen auf Kirchen in Nigeria

Im gewalttätigen Kampf zwischen Christen und Muslimen im bevölkerungsreichsten Land Afrikas gab es am Sonntag Tote. Militante Islamisten haben zwei Kirchen angegriffen. Ein Augenzeuge spricht von „vielen Toten“.
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Jos/MaiduguriMilitante Islamisten haben am Sonntag zwei Kirchen im Norden Nigerias angegriffen. In Biu Town stürmten Bewaffnete die Kirche und schossen auf die Gläubigen. Ein Augenzeuge sagte: „Viele Menschen wurden getötet und verletzt.“ Die Polizei sprach von einer Toten.

In Jos, der Hauptstadt des Bundesstaates Plateau, riss ein Selbstmordattentäter fünf Menschen mit in den Tod, als er seinen Sprengsatz nach dem Gottesdienst am Kirchenausgang zündete.

Mehr als 52 Gläubige wurden nach Polizeiangaben verletzt, darunter nach Medienberichten auch der Pastor und seine Familie. Die Kirche im Zentrum von Jos sei bei der Explosion zerstört worden.

In Nigeria liegen die Opferzahlen der Behörden häufig unter denen von Augenzeugen. Zu beiden Anschlägen bekannte sich die radikal-islamische Sekte Boko Haram. „Wir werden damit fortfahren, bis wir unser Ziel erreichen“, sagte ein Sprecher der Gruppe.

Bereits in der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Anschläge auf Christen, zu denen sich meist Boko Haram bekannte. Der Anführer der Gruppe, Abubakar Shekau, rechtfertigt dies damit, dass Rache für die Ermordung von Muslimen in anderen Gebieten Nigerias genommen werde.

Erst am Montag hatte sich Boko Haram zu einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche bekannt, bei dem zwölf Menschen ums Leben gekommen waren. Die Sekte hat Verbindungen zu anderen islamistischen Gruppen in der Region, darunter Al-Kaida.

Nigeria ist mit mehr als 160 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Der Anteil von Christen und Muslimen ist weitgehend ausgeglichen, allerdings gibt es regionale Unterschiede: Der Islam dominiert den Norden, das Christentum den Süden.

Boko Haram will im Norden einen muslimischen Staat errichten, in dem die Scharia befolgt wird. Die wichtigsten Ölfelder von Afrikas größtem Produzenten befinden sich im Süden des Landes.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Gottesdienst: Tote bei Anschlägen auf Kirchen in Nigeria"

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  • Der friedliche Islam hat wieder zugeschlagen gem. dem Koran und Christen getötet. Und unsere Politiker? Wieder schweigen Sie? Allen voran der Christ Wulff! Das Schweigen der gesamten Politiker bedeutet wohl Zustimmung und Aufforderung zum Weitermachen? Wann ist es in Deutschland soweit?

  • Die Formulierung des Berichtes ist ziemlich irreführend. Für einen Kampf ZWISCHEN zwei Gruppierungen braucht es zwei aggressive Seiten, die beide Gewalt anwenden WOLLEN. Die korrekte Formulierung müsste heissen: Kampf GEGEN Christen. Hier wird mal wieder politisch korrekt übertüncht, was in Realität anders läuft. Derartige Titel findet man leider überall immer wieder. Also bitte keine Propaganda sondern Berichterstattung. Die meisten Medien haben leider immer noch nicht erkannt, dass es in islamischen Ländern Täter und Opfer gibt. Die Opfer sind zu über 90 Prozent nichtmuslimische Angehörige. Und davon wiederum in übwerwältigender Anzahl Christen. Und das hat mit dem Islam zu tun. Ich bitte dies zur Kenntnis zu nehmen. Das Zahlenmaterial liegt jährlich vor. Man muss sich nur informieren wollen.

  • In Nigeria zeigt sich zum wiederholten Mal, wie friedlich der Islam wirklich ist.

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