Nach Grillos Warnung

Schäuble sieht keinen Kollaps in Italien

Eine Woche nach der Wahl in Italien hakt es bei der Regierungsbildung. Im Gegensatz zu dem Populisten Grillo rechnet Bundesfinanzminister Schäuble aber dennoch nicht mit einem baldigen Kollaps des politischen Systems.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: ap

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

(Foto: ap)

Rom/BerlinAngesichts der schwierigen Regierungsbildung in Italien hat Staatschef Giorgio Napolitano die Parteien dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen. Er empfehle „Maß, Realismus und Verantwortungsbewusstsein“, erklärte er in einer Stellungnahme. Eine Woche nach den Wahlen ist in Italien noch keine stabile Regierung in Sicht, nachdem die Parteien mehrere Koalitionsoptionen ausgeschlossen haben. Der Populist Beppe Grillo mit seiner Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) sieht das Land sogar auf einen Kollaps des politischen Systems zusteuern.

Dem widersprach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Sonntag in der ARD: „Italien hat sich immer wieder fähig erwiesen, auch aus komplizierten Wahlergebnissen regierungsfähige Mehrheiten zu bilden.“ „Die Euro-Krise ist nicht überwunden, aber wir sind gut voran gekommen, wir haben gute Ergebnisse erzielt, nicht zuletzt übrigens auch in Italien.“ Grillo hatte angekündigt, im Internet über Italiens Verbleib in der Euro-Zone abstimmen lassen zu wollen.

Grillo rechnet dagegen mit einem Zusammenbruch in Italien. „Ich gebe den alten Parteien noch sechs Monate - und dann ist hier Schluss“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Dann können sie die Renten nicht mehr zahlen. Und auch die öffentlichen Gehälter nicht mehr.“ Die Altparteien wollten keine ernsthaften Reformen. „Sie bluffen nur, um Zeit zu gewinnen.“

Der Chef des Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani, schloss ein Zusammengehen mit den Mitte-Rechts-Parteien von Silvio Berlusconi erneut aus. Grillo will seinerseits nicht mit Bersanis Lager regieren. Das Mitte-Links-Bündnis hatte bei den Wahlen im Abgeordnetenhaus die Mehrheit der Sitze gewonnen, braucht wegen der fehlenden Mehrheit im Senat aber einen Koalitionspartner. Eine Minderheitsregierung, wie sie Bersani ins Spiel gebracht hatte, lehnt Napolitano laut Medienberichten vom Sonntag ab.

Der Staatschef sagte, Vorfestlegungen sollten im Interesse des Landes und des Bildes Italiens im Ausland vermieden werden. Es liege an ihm, bei den geplanten Konsultationen eine „unabhängige Bewertung“ der Pattsituation im Parlament vorzunehmen.

„Steinbrück hat sich benommen wie ein Flegel“
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27 Kommentare zu "Nach Grillos Warnung: Schäuble sieht keinen Kollaps in Italien"

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  • @DoktorDip

    Im Grundton teile ich Ihre Meinung. Aber man muss die Aussage von Schäuble genauer lesen, um zu verstehen was er sagt. Hier noch einmal das Zitat: "Im Gegensatz zu dem Populisten Grillo rechnet Bundesfinanzminister Schäuble aber dennoch nicht mit einem baldigen Kollaps des politischen Systems."

    Der Punkt ist hier das Wort "baldigen". Er stimmt Grillo zu, bestreitet aber, dass dies "baldig" sei. Das ist Redekunst alla Steinbrück.

    Es hat schon einen Hauch von Luxus, den wir uns mit diesen beiden "Clowns" erlaubten.

  • Schäuble sah auch kein Spendenvergehen, bis heute. Diesem Mann glaube ich einfach gar nichts. Er ist eine Schande für eine christliche Partei.

  • Ich dachte, der Altersstarrsinn hätte mit Altkanzler Kohl seinen Höhepunkt gehabt. Fataler Irrtum!!
    Herr Scjäuble kann noch alles toppen.
    HILFE

  • Wer Herrn Schäuble glaubt, hat selber Schuld!

  • Schäuble sieht nur das, was er sehen will.
    Er gehört zu den Betonköpfen, die die Zeichen der Zeit nocht mehr wahrnehmen.
    Und wenn die letzte Lunte brennt, dann hat er die EU verpennt.

  • Wenn es um Unfähigkeit geht, sehe ich Schäuble noch weit vor Grillo. Grillo versucht wenigstens die Interessen der italienischen Bevölkerung zu vertreten. Wessen Interessen vertritt denn Schäuble? Etwa die des deutschen Volkes, das er zur Plünderung durch Transferzahlungen freigegeben hat?

    Ansonsten ist es ungemein beruhigend, dass Herr Schäuble keinen Kollaps in Italien sieht. Angesichts des bekannten Vorhersagewertes von Schäubles Äußerungen ist damit der Kollaps in Italien fast schon sicher so wie Griechenland ja auch schon vor zwei Jahren ein superguter Schuldner war.


  • Gut, das Minister Schäuble immer so treffsicher/traumwandelnd in seinen Beurteilungen liegt.

    Legt euch nieder und nehmt wie die Gonzos eine Mütze CDU Schlaf.
    Das politische System Italiens lebt seit 40 Jahren erfolgreich mit chaotisch wirkenden Regierungen. Es geht eher um die weiter ausuferende bedrohliche Verschuldung und einer merklich sinkenden Wettbewerbsstruktur.

    Hilfe, wir saufen noch ab mit diesen Figuren.

  • wenn der Schäuble keinen kollaps in Italien sieht, dann steht der schon vor der Tür. warum, weil Schäuble bisher immer danebensah, und alles anders kam. das nennt sich dann rettungsroutine.

  • Zitat:
    Die Reaktionen aus der Bevölkerung unterscheiden sich erheblich von der Berichterstattung

    Antwort:
    Allgemein muss ich dem uneingeschränkt zustimmen.
    Nur leider ist dies nicht nur auf ein Thema beschränkt.

  • Die Herren Grillo und Berlusconi sind "Clowns" ?
    Wohl eher nicht !
    Die wirkliche Clowneske war, den EURO ohne gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik eingeführt zu haben und die diversen "Rettungsversuche" zwecks des Erhaltes dieser Fehlkonstruktion.
    Die Abschaffung dieser Fehlkonstruktion mit seinen unabsehbaren Folgekosten ist auch ein besonderes Anliegen einer Mehrheit der Deutschen.
    Wie kann das geschehen ? Da lohnt es sich, bei Herrn Grillo nachzuschauen. Herr Grillo hat mit einfachen Argumenten einen großen Teil der Italiener erreicht und Mehrheiten im Parlament geschaffen, mit denen Veränderungen überhaupt möglich sind.
    Genau wie in Italien sind in Deutschland Strukturen im politischen Parteiensystem aufzubrechen, die noch näher zu diskutieren sind, aber das übergeordnete einigende Band muss die Änderung der undemokratischen EU und die Abschaffung des EURO, zumindest in seiner jetzigen Variante, sein --- oder noch besser : Die Rückkehr zum Recht.
    Ob diese Veränderungen in Deutschland mit einer Truppe des Establishments, die schon in der Vorbereitungsphase zur Gründung einer neuen Partei uneinig ist, jemals erreicht werden kann, erscheint zweifelhaft.
    Ein glaubwürdiger Typ wie Herr Grillo könnte auch in Deutschland frustierte Wähler mobilisieren ---- aber wo ist dieser Typ ???????????????
    Bei den Professoren ist er jedenfalls nicht zu finden !!

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