Nach heftigen Kämpfen
Mogadischu-Clan erklärt Waffenruhe

Nach den heftigsten Kämpfen seit Jahren in Mogadischu am Wochenende hat sich die Lage in der somalischen Hauptstadt am Montagmorgen nach Augenzeugenberichten beruhigt. Der in Mogadischu dominante Hawiye-Clan hatte am Sonntag eine einseitige Waffenruhe angekündigt und zu Friedensverhandlungen mit dem äthiopischen Militär aufgerufen.

HB MOGADISCHU/NAIROBI. Die äthiopischen Streitkräfte verstärkten unterdessen ihre Truppen in Mogadischu. Augenzeugen berichtete, dass mehrere Truppentransporter zusätzlich Soldaten in die Stadt gebracht hätten.

Die Zahl der Opfer der Gefechte seit Donnerstag ist weiterhin unbekannt. Möglicherweise kamen mehrere hundert Menschen ums Leben. Nach unbestätigten Angaben der äthiopischen Regierung wurden mindestens 200 mutmaßliche Aufständische getötet. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sprach von den schwersten Kämpfen seit 15 Jahren. Die ugandische Armee meldete, dass bei den Kämpfen am Samstag zum ersten Mal ein ugandischer Soldat der afrikanischen Friedensmission getötet worden sei.

Die Äthiopier waren Ende Dezember in Somalia einmarschiert, um die schwache Übergangsregierung im Kampf gegen die islamistischen Milizen zu unterstützen, die bereits große Teile des Landes unter Kontrolle hatten. Die Friedensmission der Afrikanische Union ist noch immer nicht voll einsatzfähig. Von den geplanten 8000 Mann sind bislang nur 1500 ugandische Soldaten eingetroffen, die bereits mehrfach Ziel von Anschlägen wurden.

Wegen der schweren Kämpfe in Mogadischu sind nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen zehn Tagen etwa 47 000 Menschen aus der somalischen Hauptstadt geflüchtet. Seit Februar hätten insgesamt 96 000 Bürger Mogadischu verlassen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Montag mit. Reuters-Reporter berichteten von einem regelrechten Strom von Menschen, der teils zu Fuß, teils auf Eseln oder in Fahrzeugen die Stadt verlässt.

Die Kämpfe zwischen Islamisten und Soldaten hatten sich in den vergangenen Tagen drastisch verschärft. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) sprach von den schwersten Gefechten in Mogadischu seit über 15 Jahren. Schätzungen und Augenzeugenberichten zufolge kamen bei den Auseinandersetzungen in den vergangenen vier Tagen hunderte Menschen ums Leben.

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