Nach JP Morgan-Skandal
Obama betont Notwendigkeit von Finanzreformen

Das Spekulationsdebakel bei JP Morgan Chase trifft die Branche hart. In den USA werden die Forderungen nach Finanzreformen lauter. Jetzt meldet sich auch Präsident Obama zu Wort.
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Der Handelsskandal bei JPMorgan Chase belegt nach den Worten von US-Präsident Barack Obama die Notwendigkeit der angestoßenen Finanzreformen. Die Bank habe Verluste von mindestens zwei Milliarden Dollar verbucht, obwohl sie mit Jamie Dimon einen der cleversten Banker des Landes an der Spitze habe, sagte Obama am Montag dem Sender ABC laut Interviewtranskript.

Eine schwächere, weniger profitable Bank hätte die selben Wetten abschließen können und die Regierung so zu einem Eingreifen zwingen können. "Genau darum ist die Wall-Street-Reform so wichtig", betonte Obama.

Die Banken-Reform als Konsequenz aus der Finanzkrise war eines der wichtigsten innenpolitischen Projekte des demokratischen Politikers. Bei der Umsetzung stieß Obama jedoch auf erheblichen Widerstand. Nach dem 2010 verabschiedeten Dodd-Frank-Gesetz zur stärkeren Finanzmarktüberwachung in den USA haben die Behörden so etwa Möglichkeit, die Macht von Großbanken zu beschneiden. Allerdings sind für eine Zerschlagung hohe Hürden vorgesehen.

Das bislang als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut JP Morgan Chase hatte mit hochriskanten Wetten zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt. Pikanterweise häuften sich die Verluste ausgerechnet in Absicherungsgeschäften an, die eigentlich dazu dienen sollen, Einbußen im Handel zu begrenzen.

Als Konsequenz droht der gesamten Branche jetzt eine schärfere Regulierung. Denn in Washington wird derzeit über die Verabschiedung der sogenannten "Volcker Rule", die Teil des Dodd-Frank-Gesetzes ist, debattiert. Die nach dem früheren US-Notenbankchef Paul Volcker benannte Regel verbietet es Banken, mit eigenem Geld zu zocken - als Lehre aus der Finanzkrise.

Bankchef Jamie Dimon war einer der lautesten Kritiker der "Volcker Rule". Seine JP Morgan Chase ist die Nummer eins unter Amerikas Banken und gehört zu den Gewinnern der Finanzkrise. Durch die missglückten Finanzwetten bekommen nun die Befürworter einer strengeren Regulierung Auftrieb.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Charlotte Potts
Handelsblatt Online / Freie Journalistin

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