
SittweNeue ethnische Unruhen im Westen von Birma haben die Flüchtlingskatastrophe in der Region verschärft. Die jüngsten Gefechte zwischen Buddhisten und der muslimischen Minderheit hätten in den vergangenen Tagen fast 6000 weitere Menschen vertrieben, teilte das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Samstag mit. Die Flüchtlinge, überwiegend muslimische Rohingya, strömten zu ohnehin völlig überfüllten Lagern im Bundesstaat Rakhine.
In den vergangenen Tagen wurden in Rakhine bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Buddhisten und Muslimen nach jüngsten Behördenangaben mindestens 67 Menschen getötet. Fast 3000 Häuser wurden angezündet. UNHCR-Sprecherin Vivian Tan sagte am Samstag, in und um die Flüchtlingslager der Hauptstadt des Bundesstaates, Sittwe, gebe es 3200 Neuankömmlinge. „2500 weitere sind unterwegs.“
Ein Sprecher der Regierung von Rakhine, Hla Thein, sagte, rund 6000 Flüchtlinge seien in Sittwe mit dem Schiff angekommen. Die Regierung wolle sie anderswo unterbringen. Dies sei aber schwierig, weil immer mehr Menschen ankämen. Bewohner eines Camps am Rande von Sittwe berichteten, Sicherheitskräfte hinderten die Flüchtlinge am Zugang zum Lager.
Win Myaing, ein anderer Regierungssprecher in Rakhine, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Behörden hätten die Lage in der Region unter Kontrolle. Nachdem Sicherheitskräfte aufgestellt worden seien, sei es „ruhig“. Zuvor hatte der Sprecher gesagt, die meisten der Todesopfer hätten bei den Kämpfen Stichwunden erlitten. Die Armee habe in die Menge schießen müssen, nachdem Warnschüsse nichts genützt hätten, fügte er hinzu.