Nach Kommunalwahl
Griechenland will weiter sparen

Nach den Kommunalwahlen sieht sich Griechenlands Regierungschef Giorgios Papandreou in seiner radikalen Sparpolitik bestätigt. Zuvor angedrohte vorgezogene Parlamentswahlen schließt er damit aus. Die Nachricht sorgte an den Finanzmärkten für Erleichterung.
  • 0

HB ATHEN. Der griechische Regierungschef Giorgios Papandreou sieht sich nach den Kommunalwahlen in seinem radikalen Sparkurs bestätigt und schließt vorgezogene Parlamentswahlen aus. Damit sorgte er am Montag an den Finanzmärkten für Erleichterung: Die Entwarnung half dem griechischen Aktienmarkt, allen voran den Titeln der Banken. Zudem verringerten sich die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen etwas.

"Die Griechen haben uns vor einem Jahr gewählt und heute bestätigt, dass sie den Wandel wollen", sagte Papandreou am Sonntagabend. Der Regierungschef hatte die Abstimmung zu einem Referendum über seinen Reformkurs erklärt. Er brachte Neuwahlen ins Spiel, sollten seine Sozialisten in der ersten Wahlrunde kein klares Mandat bekommen. Ersten Ergebnissen zufolge lag seine Partei PASOK in sieben von 13 Regionen vorn.

Die Wahlbeteiligung war mit 60 Prozent gering. Zudem machten rund zehn Prozent derer, die sich zur Wahl aufmachten, ihre Stimmzettel ungültig. Angesichts des knappen Wahlausgangs in fast allen Regionen dürften vielerorts am nächsten Sonntag Stichwahlen stattfinden.

Papandreou will das hoch verschuldete Griechenland mit einem drakonischen Sparpaket aus der Krise führen. Die EU hat zusammen mit dem IWF ein 110 Mrd. Euro schweres Rettungspaket geschnürt, verbunden mit Auflagen zur Sanierung des Haushalts. Viele Bürger fühlten sich von ihrem Regierungschef allerdings unter Druck gesetzt. Vor einem Jahr lag die PASOK bei den Parlamentswahlen in allen 13 Regionen vorn.

An den Finanzmärkten sorgte die Absage an Neuwahlen für Erleichterung. "Das Worst-Case-Szenario ist vom Tisch, das beseitigt die Unsicherheit", sagte Analyst Theodore Krintas von der Attica Bank. Neuwahlen hätten für die Märkte große Unsicherheit bedeutet, sagte Ben May von Capital Economics. "Das Ergebnis wird von den Märkten positiv gesehen." Der griechische Aktienmarkt legte bis zum frühen Nachmittag um mehr als zwei Prozent zu, der Banken-Index um rund drei Prozent.

Kommentare zu " Nach Kommunalwahl: Griechenland will weiter sparen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%