Nach Krawall in Frankfurt
Ukrainischer Randale-Minister tritt zurück

Eine Woche nach seiner alkoholbedingten Randale auf dem Frankfurter Flughafen hat der ukrainische Innenminister Juri Luzenko (44) seinen Rücktritt eingereicht. Ein Lufthansa-Flugkapitän hatte Luzenko und dessen Sohn nicht mit auf den Flug nach Südkorea nehmen wollen, weil sie betrunken waren.

HB KIEW. Der umstrittene Minister habe das Parlament in einem Brief um Entlassung gebeten, sagte Parlamentspräsident Wladimir Litwin an Dienstag in Kiew nach Angaben der Agentur Interfax. Später sagte Luzenko Journalisten, dass er „Opfer einer Rufmordkampagne“ geworden sei. „Weil die schmutzige Kampagne gegen mich und meinen Sohn weiter geht, habe ich die Regierungschefin und das Parlament um Entlassung gebeten“, sagte der Minister.

Luzenko und sein 19 Jahre alter Sohn hatten bei einer Zwischenlandung am Frankfurter Flughafen Anfang Mai betrunken randaliert. Beide waren von der deutschen Polizei abgeführt worden. Bei der Auseinandersetzung am 4. Mai waren vier Beamte verletzt worden. „Ich habe nur versucht, die Polizei-Gewalt gegen meinen Sohn abzuwenden“, begründete Luzenko am Dienstag sein Verhalten.

Ein Lufthansa-Flugkapitän hatte Luzenko und dessen Sohn nicht mit auf den Flug nach Südkorea nehmen wollen, weil sie betrunken waren. Das führte laut Medien zu der Auseinandersetzung. Außerdem soll Luzenko die deutschen Polizisten unter anderem als „Nazi-Schweine“ beschimpft haben. Unmittelbar nach dem Eklat hatte die ukrainische Regierung der Darstellung der deutschen Behörden zunächst widersprochen. Anschließend beauftragte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko die Regierung mit der Überprüfung des Falls.

Der 44-jährige Luzenko, der an der Seite von Juschtschenko 2004 in der Orangenen Revolution einen Machtwechsel in der Ukraine erreicht hatte, ist in seiner Heimat umstritten. Luzenko steht im Verdacht, vor einem Jahr den Kiewer Bürgermeister Leonid Tschernowezki im Streit ins Gesicht geschlagen zu haben. Eine ukrainische Gewerkschaft erklärte Luzenko zudem zu einem „Feind der freien Presse“, da der Minister wiederholt versucht habe, Einfluss auf die Berichterstattung eines TV-Senders zu nehmen.

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