Nach Krebs-OP
Hugo Chavez regiert von Kuba aus

Der an Krebs erkrankte venezolanische Präsident Hugo Chávez führt seine Amtsgeschäfte offenbar vom Krankenbett in Kuba aus. Die Opposition bringt die Krankheit in eine unangenehme Situation.
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CaracasDer Präsident sei problemlos in der Lage zu Regieren und auf dem Weg der Besserung, um das Land weiter anzuführen, sagte Vizepräsident Elias Jaua. Chávez hatte angekündigt, am Samstag in Kuba mit seinen Ministern für Landwirtschaft, Energie und Forschung zusammentreffen zu wollen.

Unter anderem wolle er mit den Kabinettsmitgliedern über Agrarprojekte der Regierung sprechen, hatte der venezolanische Präsident in der Nacht auf Freitag in einem Telefoninterview mit dem kubanischen Fernsehen gesagt. Ob das Treffen tatsächlich stattgefunden hat, blieb zunächst unklar.

Chávez hatte sich in Kuba zwei Operationen unterzogen und erholt sich von den Eingriffen, bei denen ihm von kubanischen und venezolanischen Ärzten ein bösartiger Tumor aus dem Beckenbereich entfernt worden war. „Sie waren in der Lage, den Tumor komplett zu entfernen“, sagte der venezolanische Außenminister Nicolas Maduro in einem Fernsehbericht. Alle lebenswichtigen Organe des Präsidenten seien gesund. Die amtliche Nachrichtenagentur AVN veröffentlichte Fotos eines dünn und bleich wirkenden Chávez während eines Spaziergangs mit Maduro.

Auch die Gegner des Präsidenten stehen nach Ansicht von Analysten durch die Krankheit es Präsidenten vor einem Problem. Eine lose Verbindung der Oppositionsparteien hatte sich geeinigt, im kommenden Jahr gemeinsam einen Kandidaten gegen Chávez aufzustellen. Sollte dieser wegen seiner Krankheit nicht antreten und als gemeinsamer Feind verloren gehen, könnte das die Opposition wieder aufsplittern, sagte der Direktor des Forschungsinstituts Inter-American Dialogue in Washington, Michael Shifter.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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