Nach Krim-Annexion : Angst vor weiteren russischen Aktionen wächst

Nach Krim-Annexion
Angst vor weiteren russischen Aktionen wächst

Selbst US-Präsident Obama schließt nicht mehr aus, dass Russland nach weiteren Teilen der Ukraine greifen will. Ex-Präsident Janukowitsch fordert Referenden im ganzen Land und Kremlchef Putin lobt seine Soldaten.
  • 7

Kiew/MoskauNach dem Referendum über die Angliederung der Krim an Russland hat der entmachtete ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch zu Volksabstimmungen für jedes Gebiet der Ex-Sowjetrepublik aufgerufen. „Als Präsident rufe ich jeden vernünftigen ukrainischen Bürger auf: Lassen Sie sich von den Betrügern nicht benutzen! Sie brauchen ein Referendum über den Status jeder Region in der Ukraine!", zitierte die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS Janukowitsch am Freitag. Die Aussagen könnten nach Ansicht von Beobachtern die Spannungen im prorussischen Osten und Süden der Ukraine wieder anheizen.

Janukowitsch warf der neuen Führung um den prowestlichen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk in Kiew erneut vor, die Macht in einem bewaffneten Umsturz und „auf den Schultern von Nazi-Sturmtruppen“ an sich gerissen zu haben. Scharf kritisierte Janukowitsch die Europäische Union und die USA. „Der Sturz der gesetzmäßigen Machthaber ist vom Westen außerhalb internationalen Rechts geplant worden und nicht das erste Beispiel eines solchen Szenarios“, hieß es in der Erklärung.

Der 63-Jährige betonte, nur eine landesweite Volksbefragung und keine vorgezogene Präsidentenwahl könnte die Situation stabilisieren und die Einheit erhalten. Janukowitsch suchte nach seiner Entmachtung Ende Februar Zuflucht in Russland. Von dort nahm er wiederholt zu den Ereignissen in der Ukraine Stellung, die Erklärung vom Freitag war indes die erste seit zwei Wochen. Anders als bei seinen zwei bisherigen Wortmeldungen aus dem russischen Exil trat Janukowitsch diesmal nicht öffentlich auf. Der Politiker soll sich zuletzt in einer Villa nördlich von Moskau aufgehalten haben.

Der gestürzte Staatschef, der sich weiter für den legitimen Präsidenten hält, verteidigte seine Entscheidung vom November, ein historisches Partnerschaftsabkommen mit der EU kurzfristig auf Eis zu legen. „Es hat nicht den nationalen Interessen der Ukraine entsprochen. Diese Vereinbarung hat eine gewaltige Menge fataler Risiken für das Land beinhaltet“, unterstrich Janukowitsch.

Russland hatte sich ungeachtet internationaler Proteste die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim in den vergangenen Wochen nach einer dort abgehaltenen Volksabstimmung einverleibt. Die USA und die Europäische Union kritisieren das Vorgehen als völkerrechtswidrig und verhängten erste Sanktionen gegen Russland.

Seither wächst die Sorge, dass sich Moskau nicht mit der Krim zufrieden geben könnte. Nach US-Quellen sind derzeit bis zu 30.000 russische Soldaten an die Westgrenze Russlands verlegt, ukrainische Quellen sprechen von einem Vielfachen.

Kommentare zu " Nach Krim-Annexion : Angst vor weiteren russischen Aktionen wächst"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • herr oliver stock.

    "Kommentare zu: Angst vor weiteren russischen Aktionen wächst"

    ich frage ich bei wem die angst wächst?
    russland hat niemals die angriffe gegen volk und wirtschaft gestartet,wie es ihre freunde aus übersee regelmässig getan haben.
    ich habe angst vor einem regime,das "befreundete länder"ausspioniert,das foltern,morden lässt.das die atombombe einsetzt,das durch streubomben,abgereicherte uranmunition,chemiewaffen bevölkerungen auf generationen verseucht
    das regierungen unterwandert,das sich nicht auf deren seite schlägt.
    dessen medien,nichts anderes als purste manipulation verbreiten.
    dessen politelite nach deren aussagen allesamt vor ein kriegsverbrechertribunal abgeurteilt werden müssten
    aber obama in seiner heuchlerischen scheuslichkeit,bekommt seine medialen auftritte.(hitler/goebbels)hatten ähnliche zustimmung der medien.
    das dieser hinterhältigtse massenmörder des 21 ten jahrhunderts eine audienz beim papst bekommt.
    und unserer mainstream spalier bildet.
    zeigt,das sich die propaganda weiterentwickelt hat.
    aber ich kann mir nicht vorstellen,das diese offensichtlichkeit von deutschlands bevölkerung nicht durchschaut wird..

  • sollte russland die unverschämtheit begehen und sich vor dem us terror zu wehren?
    den eu marionettenregierungen sind die hände gebunden.
    schliesslich liegt von jedem us lakaien,der sich in eu führungspositionen befindet,ein nsa dossier vor.
    auch wenn merkel in bester freundschaft zum springer/berteslmann konzern hegt.
    wie einfach sklaven geköpft werden können,wenn sie nicht parieren.
    sehen wir an beispielen wie köhler,wulff.
    menschen die die wahrheit aussprachen und seitdem,nicht mehr mit ihnen sondern ausschlieslich über sie gesprochen wurde.
    es gibt keine fairen interviews die mit den wulffs,köhlers,auch den grass geführt wurden.
    ihnen wurde die möglichkeit genommen,sich gegen die vorwürfe,diffamierungen zu wehren.
    die blomes,diekmanns,klebers,joffes,sprich zöglinge zwischen goebbels/hollywoodpropaganda.
    haben das sagen.
    objektivität?redlichkeit,moralischer anstand...?
    wo gibt es den?
    etwa bei den deutschen/eu volksverrätern.
    den anstandslosen den dreisten,+10% bereiecherern.
    die es geschafft haben,durch auspressung des volkes,den "investoren" die ausstehenden zins/sklavenzahlungen pünktlich zu entrichten.

  • Jankowitsch bringt es auf den Punkt:
    „Der Sturz der gesetzmäßigen Machthaber auf den Schultern von Nazi-Sturmtruppen ist vom Westen außerhalb internationalen Rechts geplant worden und nicht das erste Beispiel eines solchen Szenarios“
    Die Beweise dafür liegen klar auf dem Tisch. Nur die Gäule der hiesigen Journaille verweigern mal wieder den rettenden Schluck aus der heiligen Quelle der ewigen Wahrheit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%