Nach Kritik an Verbündeten: US-Verteidigunsminister rudert zurück

Nach Kritik an Verbündeten
US-Verteidigunsminister rudert zurück

US-Verteidigungsminister Robert Gates seine Kritik an mangelnden Fähigkeiten der Nato-Verbündeten in Afghanistan relativiert. Der Minister sei voll des Lobes über den Einsatz der Verbündeten, so ein Sprecher von Gates am Donnerstag. Am Vortag hatte das noch ganz anders geklungen.

HB BRÜSSEL/WASHINGTON. Nach Verärgerung bei der NATO hat US-Verteidigungsminister Robert Gates seine Kritik an mangelnden Fähigkeiten der NATO-Verbündeten im Kampf gegen Aufständische in Südafghanistan relativiert. Er habe damit nicht einzelne Länder gemeint, sondern die gesamte Allianz unter Einschluss der USA, sagte Gates am Donnerstag in Washington. Zugleich würdigte er die Rolle der Verbündeten in Afghanistan ausdrücklich. Ähnlich hatte sich bereits zuvor Pentagon-Sprecher Geoff Morrell geäußert.

Mit seinen Äußerungen habe er auf die Notwendigkeit aufmerksam machen wollen, die Kriegsführung gegen Guerillas zu verbessern, sagte Gates vor Journalisten. Auch die USA hätten zuweilen auf diesem Gebiet Schwächen gezeigt. „Die USA mussten im Grunde den Kampf gegen Aufständische neu lernen, und...wir haben nach wie vor einige Mängel in dieser Hinsicht“, erklärte der Pentagon-Chef.

Gates hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der „Los Angeles Times“ gesagt, die Erfahrungen der NATO in Afghanistan hätten Schwächen bei der Ausbildung und den Fähigkeiten im Kampf gegen Aufständische aufgezeigt. „Ich bin besorgt, dass wir einige Streitkräfte haben, die nicht wissen, wie man gegen Aufständische kämpft.“ Diese Äußerungen waren als Kritik an den derzeit im Süden des Landes eingesetzten Briten, Kanadiern, Niederländern, Dänen und Australiern verstanden worden.

Gates sagte nun ausdrücklich, diese und andere Truppen würden ihrer Verantwortung gerecht und spielten eine „bedeutende“ und „mächtige“ Rolle in Afghanistan. Dank ihres Mutes und ihrer Opferbereitschaft hätten die Taliban bedeutende Verluste einstecken müssen.

Die Äußerungen des Pentagon-Chefs in dem Interview hatten in Brüssel erhebliche Irritation ausgelöst. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, einst niederländischer Außenminister, sagte: „Ich habe den allergrößten Respekt für das, was die Verbündeten in Afghanistan tun. Besonders für jene Staaten, die im Süden die Schwerstarbeit leisten. Die Guerilla-Bekämpfung ist eine komplexe Angelegenheit und nicht immer leicht.“

In den Niederlanden wurde US-Botschafter Roland Amall zu „Erläuterungen“ ins Verteidigungsministerium gebeten, berichtete die „Los Angeles Times“. „Wir gehen davon aus, dass dies ein Missverständnis ist. Dies ist nicht der Robert Gates, den wir kennen. Und dies ist auch nicht die Art, wie man miteinander umgeht, wenn man im Süden Afghanistans zusammenarbeiten muss“, wurde Verteidigungsminister Eimert van Middelkoop zitiert.

Vor Gates selbst hatte sich bereits sein Sprecher Morrell bemüht, die Wogen zu glätten. Gates sei in Wirklichkeit voll des Lobes über den Einsatz der Verbündeten in Afghanistan, sagte er. Der Minister habe gemeint, dass die NATO als Ganzes nicht ausreichend auf den Kampf gegen Aufständische wie die radikalislamischen Taliban vorbereitet sei. „Die Allianz hat so etwas ja früher noch nicht tun müssen.“ Gates sei besorgt, dass die NATO Ausbilder nach Afghanistan schicke, die nicht für den Kampf gegen Aufständische ausgebildet seien. Die USA seien dafür, dass die Ausbilder zuvor im US- Trainingslager in Hohenfels (Oberpfalz) auf ihre Aufgaben vorbereitet würden.

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