Nach Kritik
Linken-Chef Ernst distanziert sich von Castro-Brief

Das umstrittene Glückwunschschreiben des Linke-Führungsduos an Fidel Castros hat hohe Wellen geschlagen. Jetzt räumt Parteichef Ernst ein, dass er und Lötzsch nicht die Autoren sind.
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Rostock/BerlinNach heftiger Kritik auch aus den eigenen Reihen hat sich Linke-Chef Klaus Ernst von einem Glückwunschschreiben der Parteispitze an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro distanziert. Er räumte in der „Süddeutschen Zeitung“ ein, dass der Brief weder von ihm noch von seiner Co-Vorsitzenden Gesine Lötzsch verfasst oder autorisiert worden sei. „Es ist einfach ein Fehler passiert“, sagte er. Fraktionschef Gregor Gysi warnte seine Partei auf einer Fraktionsklausur in Rostock davor, das Führungsduo in Frage zu stellen.

Die kubanische Botschaft hatte vor knapp zwei Wochen ein Glückwunschschreiben von Lötzsch und Ernst zum 85. Geburtstag Castros auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Darin würdigte das Führungsduo unter anderem das „kampferfüllte Leben“ des Revolutionsführers. „Es ist doch schon durchgesickert, dass der Text nicht über unseren Schreibtisch gegangen ist und im übrigen auch so nicht gegangen wäre“, sagte Ernst nun in dem Interview. Das Schreiben trage „digitale Unterschriften“ von ihm und Lötzsch. So etwas werde sich nicht wiederholen. Ernst appellierte an seine Partei, mehr Gemeinsamkeit zu zeigen.

„Alle müssen sich jetzt am Riemen reißen“, forderte er. Dies gelte auch für die Vorsitzenden. Der frühere Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch forderte seine Partei auf, ihre Strategie zu überprüfen und sich gegebenenfalls neu zu positionieren. Die Querelen in der Partei müssten ein Ende haben, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Berliner Zeitung“ (Freitag). Gysi forderte seine Partei auf, bis zur nächsten Vorstandswahl im Juni 2012 auf eine Personaldebatte zu verzichten. „Wir haben auf demokratische Art und Weise zwei Vorsitzende gewählt. Sie sind es, bis wir Neuwahlen haben“, sagte er. „Ob sie dann noch mal antreten, das müssen sie (...) selbst entscheiden.“

Gysi begrüßte den Vorschlag von Parteichef Ernst, vor dem Wahlparteitag im Frühjahr 2012 die Mitglieder zur künftigen Parteispitze zu befragen. Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern will die Linke in der Klausur über politische Schwerpunkte für die kommenden Monate beraten. Ihr Spitzenkandidat bei der Wahl, Helmut Holter, betonte die Bereitschaft seiner Partei, mit der SPD von Ministerpräsident Erwin Sellering eine Koalition zu bilden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wer hat dort eigentlich das Sagen ?
    Man bekommt den Eindruck, das dort jeder macht was er will .
    Anerkennung Israels ja,nein.
    Die Mauertoten finden sogar welche gerechtfertigt, andere nicht.
    Ein Parteibeschluss heißt nicht das er von allen Mitgliedern der Partei mitgetragen wird .

    Verbietet den Verein !!!

  • Es ist einfach ein Fehler passiert
    -----------------------------------
    So ? Ein Fehler ?
    Eine reihe von Fehlern ist wohl treffender !

    Die Mauer ist die logische folge ....

    Danke den Mördern an der Innerdeutschen grenze für die Grenzsicherung nach innen .

    Die Mittelmeerkreuzfahrt unter dem Deckmantel einer Hilfsflotte zu Leuten die sich offiziell mit ausgestrecktem arm begrüßen und im Stechschritt marschieren !!!

    Man könnte weitermachen , aber das ist Zeitverschwendung .
    Ein Fehler ist es die Linken nicht zu verbieten !!!

  • Da war ein echter Spaßvogel am Werk:-)

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