Nach Kundgebungen
Ein neuer Gewaltausbruch erschüttert Ägypten

Mehr als 40 Menschen sind bei Straßenschlachten zwischen Islamisten und ihren Gegnern ums Leben gekommen. Sicherheitskräfte gingen gegen Unterstützer der Muslimbruderschaft vor. Hunderte Menschen wurden verletzt.
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Istanbul/KairoBei Zusammenstößen von Islamisten, deren Gegnern und Sicherheitskräften sind am Sonntag mindestens 44 Menschen in Ägypten ums Leben gekommen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldete. Mehr als 240 Menschen wurden demnach verletzt.

Anhänger des abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi, der aus der islamistischen Muslimbruderschaft kommt, sowie Unterstützer der Armee, die Mursi im Sommer gestürzt hatte, hatten zu Kundgebungen auf dem Tahrir-Platz aufgerufen. Anlass war der 40. Jahrestag des Jom-Kippur-Krieges mit Israel.

Auf dem zentralen Platz in Kairo versammelten sich die Islamisten, aber auch die Anhänger des Militärs, die ägyptische Flaggen schwenkten. Sie trugen Plakate bei sich, auf denen Armeechef Abdel-Fattah al-Sisi zu sehen war, der Mursi Anfang Juli abgesetzt hatte. Sicherheitskräfte stellten sich zwischen die politischen Lager – es kam zum Zusammenstoß.

Rund um den Platz lieferten sich Anhänger der Muslimbrüder und Sicherheitskräfte anschließend stundenlang Kämpfe. Die Polizei nahm nach Angaben staatlicher Medien mehr als 400 Anhänger der Muslimbrüder fest. Das Innenministerium warf ihnen unter anderem Randale vor. Die Muslimbruderschaft forderte auf ihrer Internetseite eine internationale Untersuchung der Vorfälle. Das Militär hatte Mursi am 3. Juli nach Massenprotesten abgesetzt. Hunderte Muslimbrüder wurden inhaftiert. Die Islamistenorganisation ist inzwischen verboten.

In Ägypten war es bereits am Samstag zu Gewalt gekommen: Bei einem Feuergefecht zwischen Soldaten und Aufständischen wurden nach Mena-Angaben vier Menschen erschossen. Bewaffnete hatten laut der Meldung einen Armeeposten auf einer Verbindungsstraße zwischen Kairo und der Suezkanal-Stadt Ismailia attackiert. Die Angreifer seien getötet, in ihrem Fahrzeug Sturmgewehre gefunden worden. Am Vortag hatten Unbekannte in der selben Gegend zwei Soldaten erschossen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Kundgebungen: Ein neuer Gewaltausbruch erschüttert Ägypten"

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  • Realistischerweise muss davon ausgegangen werden, dass die Toten mehrheitlich auf das Konto der Islamisten gehen.

    Die Islamisten sind an jeder medienwirksamen Negativ-Propaganda interessiert, was auch die vielen Waffen in den Reihen der Islamisten erklärt. Die schrecken nicht davor zurück, Leute aus den eigenen Reihen abzuknallen, nur um eine Schlagzeile zu erhalten!

    Wenn Islamisten von Demokratie sprechen meinen sie definitiv etwas anderes, als eine Demokratie i.S.d. freien Welt! Mit deren Bildung ist das auch kein Wunder!

  • Anscheinend hast du vergessen, daß die so "demokratisch gewählte Regierung" aber unter großem Beifall der Mehrheit der Bevölkerung vom Militär abgesetzt worden ist. Und scheinbar hast du auch vergessen, daß Millionen von Ägyptern auf die Straße gegangen sind und gegen Mursi demonstriert haben, BEVOR das Militär eingegriffen hat.

  • Hallo Rechner,
    [...]
    Vielleicht ist dir entgangen, dass man in Ägypten demokratisch gewählt hat und diese Regierung von dem Militär abgesetzt worden ist. Die Leute gehen auf die Straße um die Demokratie wieder zurückzuholen und dabei setzen sie ihr leben ins Spiel.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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