Nach Laborpartei-Revolte
Regierungschef Rudd zum zweiten Mal vereidigt

Drei Monate vor den Parlamentswahlen in Australien ist Kevin Rudd nach dem Sturz von Julia Gillard zum zweiten Mal als Ministerpräsident vereidigt worden. Nun kommt es im australischen Kabinett zum großen Stühlerücken.
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SydneyEinen Tag nach dem Sturz von Julia Gillard ist Kevin Rudd zum zweiten Mal als australischer Ministerpräsident vereidigt worden. Der Wechsel an der Spitze der Regierung ist der Höhepunkt eines seit drei Jahren andauernden erbitterten Führungsstreit innerhalb der Labor-Partei. Rudd hatte vor Gillard bereits von 2007 bis 2010 das Amt inne gehabt. In drei Monaten finden in der weltweit zwölftgrößten Volkswirtschaft Parlamentswahlen statt. Umfragen zufolge steht die Labor-Partei vor einer verheerenden Niederlage. Angesichts der Ereignisse könnte der Urnengang aber vorgezogen werden. „Ich will eine Regierung anführen, die die Menschen zusammenbringt und das beste aus jedem herausholt“, sagte Rudd (55). Er gilt allerdings als autoritärer Parteichef.

Ex-Diplomat Rudd hatte Gillard (51) am Mittwoch zu einer Kampfabstimmung über den Parteivorsitz gezwungen. Gillard verlor. Es ist in Australien üblich, dass ein unterlegener Parteichef auch die Regierungsgeschäfte niederlegt.

Gillard hatte Rudd selbst vor drei Jahren auf gleiche Weise gestürzt. Gillard gewann bei den anschließenden Wahlen gegen die konservative Liberale Partei, bekam jedoch keine Mehrheit im Parlament. Sie konnte nur mit Unterstützung einiger Unabhängiger regieren.

Oppositionsführer Tony Abbott verlangte einen möglichst frühen Wahltermin. „Jetzt hat Rudd seine Revanche gehabt, aber geht es hier um sein Ego oder das australische Volk?“ fragte er

Im australischen Kabinett kommt es nun zum großen Stühlerücken. Gillard-Unterstützer wie Haushaltsminister Wayne Swan müssen gehen. Sein Nachfolger ist der bisherige Einwanderungsminister Chris Bowen. Gillard, die erste Ministerpräsidentin Australiens war, kündigte an, sich nach den Wahlen aus der Politik zurückzuziehen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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