Nach Latino-Hasstirade
Donald Trump laufen die Partner weg

US-Unternehmer Donald Trump ist für seine forsche Art bekannt. Mit der Beleidigung von mexikanischen Einwanderern hat der sonst so smarte Geschäftsmann es sich nun allerdings mit seinem treuesten Publikum verscherzt.
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New York/Mexiko-StadtDonald Trump gilt als knallharter Geschäftsmann und Freund der klaren Wort. Mit einem knappen „You are fired“ (Du bist gefeuert) entlässt der US-Immobilienunternehmer in der TV-Show „The Apprentice“ seine Auszubildenden. Nach fremdenfeindlichen Äußerungen über mexikanische Einwanderer hört der Milliardär seinen berühmten Satz nun häufig selbst. Immer mehr Geschäftspartner wenden sich von Trump ab.

Vor zwei Wochen hatte der 69-Jährige seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner angekündigt. In der Rede sprach er abfällig über mexikanische Einwanderer in den USA. „Sie bringen Drogen, Verbrechen, Vergewaltiger“, sagte Trump. Seine Hasstiraden lösten unter den Hispanics in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika Empörung aus.

Unter anderem Latina-Sängerin Shakira (38) kritisierte den US-Unternehmer scharf, sie reagierte am Dienstag in den sozialen Netzwerken. „Das ist eine hasserfüllte und rassistische Rede, mit der ein Land gespalten werden soll, das sich seit Jahren für Vielfalt und Demokratie einsetzt“, schrieb die Kolumbianerin auf Twitter. „Niemand, der in diesem Jahrhundert lebt, sollte sich hinter so viel Ignoranz stellen.“

Doch auch bei seinen Geschäftsfreunden kamen die Pöbeleien nicht gut an. Zuerst beendete der spanischsprachige US-Fernsehsender Univision seine Zusammenarbeit mit der Miss-Universe-Organisation, die Trump zum Teil gehört. Dann kündigten auch NBC und das mexikanische Medienunternehmen Televisa an, die Schönheitswettbewerbe Miss America und Miss Universe nicht länger auszustrahlen.

Trump ficht das alles nicht an. „NBC ist schwach und versucht wie alle anderen auch, politisch korrekt zu sein. Das ist der Grund, warum unser Land in Schwierigkeiten ist“, sagte er. Am Dienstagabend (Ortszeit) reichte er Schadenersatzklage gegen Univision über 500 Millionen US-Dollar (450 Millionen Euro) ein.

Ob eine solche Klage Chancen haben könnte, ist derzeit ungeklärt – genau wie die Frage, ob die kommenden Wahlen zur Miss USA am 12. Juli und zur Miss Universe 2016 überhaupt in den USA zu sehen sein werden. Stattfinden werde der Miss-USA-Wettbewerb in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana auf jeden Fall, schrieb die derzeitige Miss USA Nia Sanchez auf Instagram: „Die jüngsten Ereignisse haben uns niedergeschlagen gemacht, aber die Show muss weitergehen.“

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