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Nach Lebensmittel-Unruhen: Haitis Regierung gestürzt

Die tagelangen Unruhen in Haiti haben zum Sturz der Regierung geführt. Der Senat entließ am Wochenende Ministerpräsident Jacques Edouard Alexis. Hintergrund der Proteste sind drastische Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel. Auch in anderen Teilen der Welt protestieren Menschen gegen steigende Lebensmittelpreise.

HB PORT-AU-PRINCE. Nach tagelangen Unruhen wegen hoher Lebensmittelpreise ist in Haiti die Regierung gestürzt. Der Senat entließ am Wochenende in einer Sondersitzung Ministerpräsident Jacques Edouard Alexis, einen Verbündeten von Präsident Rene Preval. Bei Zusammenstößen in der Hauptstadt Port-au-Prince wurde am Samstag ein nigerianischer UN-Soldat getötet.

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Auch in anderen Teilen der Welt kam es erneut zu gewaltsamen Ausschreitungen wegen explodierender Nahrungsmittelpreise. So lieferten sich in Bangladesch Arbeiter Straßenschlachten mit der Polizei. Dabei wurden mindestens 50 Menschen verletzt.

Hintergrund der jüngsten Protestwelle von Asien über Nordafrika bis in die Karibik sind rasant steigende Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis oder Weizen. Die rapide Teuerung geht vor allem auf höhere Energiepreise, eine stärkere Nachfrage nach Lebensmitteln in Asien und den durch staatliche Subventionen geförderten Biosprit-Boom zurück. Mit Blick auf diese Entwicklung sprach Bundesfinanzminister Peer Steinbrück von einem „Monster“, das die politische Bühne betreten habe.

In Haiti haben sich die Preise für einige Lebensmittel innerhalb eines halben Jahres verdoppelt. Bei den Protesten in dem ärmsten Land Lateinamerikas waren in der vergangenen Woche fünf Menschen getötet worden. Kurz vor der Entlassung des Regierungschefs hatte Preval noch bekanntgegeben, den Reispreis mit internationaler Hilfe um gut 15 Prozent zu senken. Der Präsident will nun das Parlament darum bitten, einen neuen Ministerpräsidenten auszuwählen.

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