Nach Liga-Ausstoß
Assad-Anhänger attackieren Botschaften

Die Arabische Liga hat Syrien ausgeschlossen - und die Anhänger von Präsident al-Assad antworten mit Gewalt: Sie stürmten Botschaften, schmissen Steine und Flaschen. Das Land wirft der Liga eine „westliche Agenda“ vor.
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Amman/New YorkIn Syrien haben Anhänger von Präsident Baschar al-Assad den überraschenden Ausschluss des Landes aus der Arabischen Liga mit einer neuen Welle der Gewalt beantwortet. Unterstützer des autokratischen Staatschefs griffen am Wochenende vor allem Botschaften an; darunter waren unter anderem die Vertretungen Saudi-Arabiens, Katars und der Türkei. Sicherheitskräfte erschossen unterdessen in der Stadt Hama am Sonntag Aktivisten zufolge acht Menschen, weil sie auf einer Kundgebung Parolen gegen Assad riefen.

Wegen der anhaltenden Gewalt gegen Regierungsgegner hatte die Arabische Liga zuvor die Mitgliedschaft Syriens überraschend ausgesetzt. Nach Vorwürfen, zu lange gezögert zu haben, kündigte der Staatenbund wirtschaftliche und politische Sanktionen gegen die autokratische Regierung in Damaskus an, die seit Monaten mit Panzern und Scharfschützen gegen die Opposition vorgeht. Zudem rief die Liga die Mitglieder dazu auf, ihre Botschafter aus der syrischen Hauptstadt abzuziehen.

Die syrischen Streitkräfte dürften nicht länger Zivilisten töten, sagte der Regierungschef des Golfstaates Katar, Scheich Hamad bin Dschassim, und forderte alle Oppositionsparteien des Landes dazu auf, sich am Sitz der Arabischen Liga in Kairo zu treffen. Dabei solle über eine Übergangsphase gesprochen werden. Eine erste Gesprächsrunde ist für Dienstag angesetzt. Der Regierungschef, dessen Land den Vorsitz der Liga innehat, sagte, ein früheres Handeln gegen Syrien sei nicht möglich gewesen, weil die Mehrheit nicht gestanden hätte.

Viele westliche Mächte hatten auf eine frühere Isolation von Assad gehofft. Der Jemen und Libanon widersetzten sich dem Ausschluss Syriens, der Irak enthielt sich der Abstimmung. Syrien warf der Liga einen Verstoß gegen deren Grundsätze und eine „westliche und amerikanische Agenda“ vor und forderte eine Krisensitzung der Organisation.

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  • ....halbe Türkei reicht nicht, warum denn nicht das Ganze Land und gleich die hälfte der EU.

    Und wir Türken bekommen im Gegenzug, das Ruhrgebiet, NRW und unsere neue Hauptstadt Berlin.

    Man O man ein bischen gesunden Menschenverstand und Realitätssinn sollten Sie schon haben.

  • Die undemokratischstenen Laender der sogenannten Arabischen Liga (ist und schon immer ein Hühnerhaufen gewesen), wie z.B. Saudi Arabien, wollen über Syrien bestimmen und der Westen jubelt, anstatt die Demokratie in Saudi Arabien zu fördern. Saudi Arabien ist das rückstaendigste Land der Welt, hier trifft man das pure Mittelalter mit US$$. Syrien ist dagegen mind. 500 Jahre weiter. Für die Sunniten geht es ja nur darum die Schiieten zu schwaechen, dem Westen gefaellt es, weil so İsrael als einzige Atommacht dort bleibt und weiterhin die Palaestinenser unterdrücken kann. Der möchtegern Demokrat Erdogan soll erstmal den Kurden die halbe Türkei überlassen, bevor er sich in andere Angelegenheiten einmischt. Lieber 1000 weitere Jahre Assad, als die saudische Politik nach Syrien zu importieren. Das ist die Haltung aller syrischen Christen in Syrien.

  • Die Hinterwäldler Assads demonstrieren wieder mal. Wenn der grosse Knall kommt sind diese Heuchler die ersten die in A und anderen europäischen Länder um Asyl bitten. Immerhin haben dann die Rotgrünen nach deren Einbürgerung wieder neue Wähler.

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