Nach Luftangriffen in Gaza
Israel nimmt Hamas-Führer fest

Israelische Soldaten haben in der Nacht zum Donnerstag in Nablus im Westjordanland mehrere hochrangige Führer der radikal-islamischen Hamas gefangen genommen, darunter auch Bildungsminister Nasser al-Schaer. Derweil gehen die Kämpfe trotz vereinbarter Waffenruhe weiter.

HB NABLUS/GAZA. Nach Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde sind unter den Gefangenen auch Bildungsminister Nasser al-Schaer sowie die Bürgermeister von Nablus und Kalkilia. Unterdessen setzte die israelische Luftwaffe ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen in der Nacht fort. Zuvor hatten militante Palästinenser erneut Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert.

Die Festnahmen seien in der Nacht im Rahmen eines groß angelegten Armee-Einsatzes erfolgt, hieß es in Kreisen der Palästinenserregierung. Soldaten hätten die Wohnhäuser der Hamas- Führer in Nablus gestürmt und durchsucht. Insgesamt zehn Männer seien festgenommen worden, darunter auch zwei Abgeordnete des Palästinenserparlaments.

Bildungsminister al-Schaer war bereits nach der Verschleppung des israelischen Soldaten Gilad Shalit durch militante Palästinenser im Sommer vergangenen Jahres von israelischen Soldaten festgenommen worden, später aber wieder freigekommen. Mindestens 40 Hamas- Mitglieder, darunter frühere Minister und Abgeordnete, sitzen seither in israelischen Gefängnissen.

Am späten Mittwochabend griff die israelische Luftwaffe zwei von der Hamas betriebene Wechselstuben in Gaza aus der Luft mit Raketen an. Nach Angaben der Armee dienten sie als Umschlagplatz für Millionen von Dollar aus dem Iran, Syrien und dem Libanon. Das Geld sei dort für die Bewaffnung und Ausbildung militanter Hamas- Aktivisten gesammelt worden, hieß es. Drei Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Nach der Attacke sei in Teilen Gazas der Strom ausgefallen.

Zuvor hatten erneut militante Palästinenser vom Gazastreifen aus Raketen auf das israelische Grenzgebiet abgefeuert. Dem „Haaretz“-Bericht zufolge traf eine Rakete den Stall eines Kibbutz', die anderen Raketen landeten in unbewohntem Gebiet nahe der Stadt Sderot. Insgesamt seien in den vergangenen zwei Tagen 13 Kassam-Raketen auf israelischem Gebiet eingeschlagen. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.

Unterdessen trafen der palästinensische Präsident Mahmud Abbas und Ministerpräsident Ismail Hanija erstmals seit Beginn der Kämpfe zwischen Hamas- und Fatah-Mitgliedern wieder zu einem Gespräch zusammen. Beide Seiten hatten am Wochenende eine Waffenruhe vereinbart, die mit dem Treffen der beiden Politiker gefestigt werden sollte.

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