Nach Machtwechsel in Nordkorea
Japan will enger mit China zusammenarbeiten

Japan will nach dem Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il enger mit China zusammenarbeiten. Japan blickt mit Sorge auf Nordkorea, wo Kim Jong Un weiter seine Macht festigt.
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Peking/Seoul/PjöngjangNach dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il hat Japan eine engere Zusammenarbeit mit China gefordert. Die beiden Länder müssten nun intensiv Informationen austauschen, sagte Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Montag bei einem Besuch in Peking nach Angaben aus japanischen Regierungskreisen.

Nach seinem Willen soll China auch auf Nordkorea einwirken, um nach dem Tod des Machthabers eine Verschärfung des Konfliktes auf der koreanischen Halbinsel zu verhindern.

Japan blickt mit Sorge auf Nordkorea, weil es von den Raketen des kommunistischen Staates erreicht werden kann. Nach dem Tod Kims ist sein jüngster Sohn Kim Jong Un von den Staatsmedien als Nachfolger ausgerufen geworden. Es bleibt aber unklar, wer den Machtapparat und das Atomprogramm kontrolliert.

Derweil baut das Regime im kommunistischen Nordkorea die Stellung des Sohns und auserwählten Nachfolgers des gestorbenen Machthabers Kim Jong Il weiter aus. Die Staatspresse bezeichnete Kim Jong Un am Montag auch als Leiter eines der obersten Entscheidungsgremien der herrschenden Arbeiterpartei. „Lasst uns unser Leben einsetzen, um das Zentralkomitee der Partei unter der Führung des angesehenen Genossen Kim Jong Un zu schützen“, hieß es in einem Leitartikel des Parteiorgans „Rodong Sinmun“. Die Zeitung hatte Kim bereits zuvor als „Oberbefehlshaber“ der Streitkräfte gepriesen.

Mit dem jüngsten Aufruf deutet Nordkorea nach Meinung von Beobachtern darauf hin, dass der militärisch und politisch als unerfahren geltende Sohn irgendwann auch den Posten des Parteichefs von seinem Vater übernehmen soll. Der Vorsitzende des Zentralkomitees ist in der Regel auch Generalsekretär der Partei.

Kim Jong Un traf am Montag in Pjöngjang überraschend mit einer privaten Delegation aus Südkorea zusammen, die ihm zum Tod seines Vaters kondolierte. Das Vereinigungsministerium in Seoul teilte mit, die Südkoreaner hätten dem Verstorbenen im Kumsusan-Palast die letzte Ehre erwiesen. Dort ist der Leichnam von Kim Jong Il aufgebahrt. In dem Palast habe die Delegation Kim Jong Un getroffen. Zu der Gruppe zählte die Witwe des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung und die Hyundai-Chefin Hyun Jeong Eun, deren verstorbener Ehemann Verbindungen zu Nordkorea hatte.

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