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21.09.2008 
Südafrika vor schwerer Krise

Nach Mbeki-Rücktritt droht dem ANC die Spaltung

Der Rücktritt von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki könnte das Land in eine schwere innenpolitische Krise stürzen. Mbekis Regierungspartei ANC ist heillos zerstritten und steht offenbar kurz vor einer Spaltung.

Mit dem erzwungenen Rücktritt von Präsident Thabo Mbeki drohen Flügelkämpfe die Regierungspartei ANC zu spalten. Foto: rtrLupe

Mit dem erzwungenen Rücktritt von Präsident Thabo Mbeki drohen Flügelkämpfe die Regierungspartei ANC zu spalten. Foto: rtr

HB JOHANNESBURG. Nach dem Rücktritt von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki droht Südafrika eine der schwersten Krisen seit dem Ende der Apartheid. Einem Medienbericht zufolge steht seine zerstrittene Regierungspartei ANC nur ein halbes Jahr vor der Parlamentswahl vor der Spaltung. Anhänger des geschassten Staatschefs könnten sich vom ANC trennen und bei der Wahl im April als eigene Partei antreten, berichtete die Zeitung „Sunday Times“ am Sonntag unter Berufung auf hochrangige Parteivertreter.

Der seit neun Jahren amtierende Mbeki musste sich dem Druck des linken Flügels seiner Partei beugen. Am Sonntag erklärte Mbeki offiziell seinen Rücktritt. In einer Fernsehansprache sagte er, er habe Parlamentspräsident Baleka Mbete sein Rücktrittsschreiben überreicht.Als voraussichtlicher Nachfolger Mbekis gilt ANC-Chef Jacob Zuma. Übergangspräsidentin könnte die als Zuma-Getreue geltende Parlamentspräsident Baleka Mbete werden.

Mbeki unterlag damit dem im vergangenen Jahr zum ANC-Chef gewählten Zuma nach langem innerparteilichen Machtkampf. Zuma stand bis vor kurzem wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck. Ihm wurde vorgeworfen, Hunderttausende Dollar an Schmiergeld von einem französischen Rüstungskonzern angenommen zu haben. Vergangene Woche wies ein südafrikanisches Gericht eine Klage aber ab und gab damit Zumas Anhängern Auftrieb, die hinter den Vorwürfen eine von Mbeki gesponnene Intrige gesehen hatten.

Auf einer dramatischen Pressekonferenz vor den Toren von Johannesburg hatte der ANC seinen ehemaligen Vorsitzenden Mbeki, dem eine Einmischung in Korruptionsermittlungen gegen Zuma vorgeworfen wurde, am Samstag zum Rücktritt gedrängt. „Nach einer langen und schwierigen Diskussion hat sich der ANC entschieden, den Präsidenten vor Ablauf seiner Amtszeit abzuberufen“, sagte der Generalsekretär der Partei, Gwede Mantashe. „Mbeki hat sich weder geschockt noch enttäuscht gezeigt. Er hat die Nachricht begrüßt und zugestimmt, sich an dem parlamentarischen Prozess zu beteiligen.“

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