Nach MH17-Unglück
Die verpatzte Spurensuche

Leichen verlegt, Koffer durchwühlt, Beweise zertrampelt: Die Aufarbeitung des Flugzeugunglücks in der Ostukraine ist bislang ein Desaster. Dabei gibt es für solche Fälle klare internationale Regeln.
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DüsseldorfAls die Männer zu den Leichen in die Kühlwaggons klettern, tragen sie Atemmasken, andere halten sich mit der Hand ein Tuch vor Mund und Nase. Verwesungsgeruch breitet sich aus. So penetrant ist der Gestank, dass mehrere Umstehende ins Taumeln geraten, berichten Augenzeugen.

Erst jetzt – vier Tage nach dem Unfall – hat ein Team von niederländischen Experten an diesem Montag die Waggons mit den sterblichen Überresten von rund 200 Opfern der abgestürzten malaysischen Passagiermaschine inspizieren können. Die niederländischen Ermittler wollen die Opfer nicht nur identifizieren, sondern sie erhoffen sich auch Rückschlüsse auf die Ursache des Absturzes von MH17 über der Ostukraine. Bei dem Absturz von Flug MH17 waren 193 Niederländer ums Leben gekommen. Etwa 250 Opfer sind bisher geborgen worden.

Dabei ist unmittelbar nach einem Absturz vor allem Schnelligkeit gefragt, wie die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) wissen. „Das Wichtigste nach einem Absturz ist die Rettung von Überlebenden“. sagt Thomas Kostrzewa von der BFU im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Außerdem muss die Unfallstelle nach einem Absturz so schnell wie möglich gesichert werden.“

In der Ostukraine haben es allerdings prorussische Separatisten bis heute verhindert, dass die Unfalluntersuchungen nach internationalen Standards anlaufen konnten. Erst jetzt wurden alle fünf Waggons des unweit vom Absturzort stehenden Zugs, der unter Kontrolle der prorussischen Separatisten steht, geöffnet. Die drei Fachleute aus den Niederlanden sowie Beobachter der OSZE hätten Zugang zu den Waggons bekommen, bestätigte eine Sprecherin der OSZE. Den Bahnhof ließen die Rebellen von rund 50 Kämpfern sichern.

Unklar ist, in welchem Zustand sich die Leichen befinden. Die niederländischen Experten berichten, dass die Leichen fachgerecht gelagert seien. Allerdings scheint es angesichts der Verwesungsgerüche eine Kühlung der sterblichen Überreste nicht zu geben.

Rebellenchef Alexander Borodai sagte auf einer Pressekonferenz, in dem Zug befänden sich 282 Leichen. Nach der Untersuchung begab sich die internationale Delegation zum Absturzort der Maschine. Zur Identifizierung der Leichen wurden auch zwei Beamte des Bundeskriminalamts sowie zwei Experten des Bundesverkehrsministeriums in die Ukraine entsandt.

Der für den Polizeieinsatz verantwortliche niederländische Gerichtsmediziner Peter Van Vliet sagte, für gründlichere Analysen müsse der Zug mit den Leichen weg aus dem Rebellengebiet. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sprach sich dafür aus, die Leichen in das von der ukrainischen Regierung kontrollierte Charkiw zu bringen. Die ukrainische Regierung erklärte sich bereit, den niederländischen Experten die Koordination der Ermittlungen zu überlassen und alle Leichen nach Amsterdam zu überstellen.

Kommentare zu " Nach MH17-Unglück: Die verpatzte Spurensuche"

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  • Oh Wunder, was sieht man wohl auf den Bildern ? Müssen wohl noch besser bearbeitet werden.

    http://consortiumnews.com/2014/07/20/what-did-us-spy-satellites-see-in-ukraine/

  • Der ukrainische Geheimdienst der von der CIA unterwandert ist und Youtubevideos sind die besten Beweisquellen.

    Mal schauen welche Geschichten die Satellitendaten der Amis am Wochenende erzählen.

    Ich finde es toll wie unsere Massenmedien Putin persönlich für den Absturz verantwortlich machen. Bisher gab es immer eine Zurückhaltung so lange noch Untersuchungen laufen und keine Beweise vorlagen. Heutzutage wird aus der Hüfte geschossen besonders aus den von USA kontrollierten Medien in Deutschland. So ein Brainwashing wie derzeit stattfindet deutet auf schlimme Zeiten di noch kommen werden.

  • Sie halten jetzt nicht ernsthaft "Russia Today" für eine seriöse Quelle?

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