Nach Moody's-Urteil
Euro-Staaten ringen um Krisenlösung

Die Ratingagentur Moody's senkt die Bonitätsbewertung der EU – und niemand reagiert auf das Urteil. Die Lenker der europäischen Staaten haben wichtigere Aufgaben: In allen Ecken Europas wird an Lösungen gearbeitet.
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BerlinDie Euro-Krise zerrt an der Kreditwürdigkeit der EU. Die US-Ratingagentur Moody's senkte am Dienstag den Ausblick für die Top-Bonitätsbewertung der Europäischen Union (EU) auf negativ. Hinter den Kulissen bemühten sich die Euro-Regierungen weiter um einen einheitlichen Kurs zur Krisenbekämpfung.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) pochte bei einem Treffen mit seinem griechischen Kollegen auf die vollständige Einhaltung des Reformplans. Die spanische Regierung forderte die Europäische Zentralbank (EZB) auf, durch ihr Eingreifen alle Zweifel am Bestehen des Euro auszuräumen. Die Notenbank wird wohl am Donnerstag Details ihres Staatsanleihenkaufsprogramms vorlegen.

Mit dem Warnschuss an die EU vollzog Moody's nach, dass der Bonitätsausblick Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs bereits im Juli von "stabil" auf "negativ" gesenkt worden war. Als Grund waren damals die wachsenden Unsicherheiten rund um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro genannt worden.

Ob Griechenland in eine Staatspleite schlittert, die zu einem Austritt aus der Euro-Zone führen könnte, hängt davon ab, ob seine internationalen Geldgeber eine neue Tranche aus dem 130 Milliarden Euro schweren Hilfspaket freigeben.

Derzeit prüfen Inspektoren der EZB, des IWF und der EU die Reformfortschritte in Athen. Schäuble mahnte seinen Kollegen Ioannis Stournaras, die Vereinbarung mit der Troika vollständig umzusetzen. Die Griechen fordern für das Programm zwei Jahre mehr Zeit bis 2016.

Unter der Unsicherheit über den Fortgang der Krise leidet derzeit vor allem Spanien, das hohe Anleihezinsen bezahlen muss. Die EZB könne zwar die fiskalpolitischen Anstrengungen der Euro-Länder nicht ersetzen, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos dem "Handelsblatt": "Aber derzeit gilt es, die Zweifel über den Euro auszuräumen und klarzumachen, dass der Euro irreversibel ist", ergänzte er: "Dafür könnte es kurzfristig nötig sein, dass die EZB agiert."

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Kommentare zu " Nach Moody's-Urteil: Euro-Staaten ringen um Krisenlösung"

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  • @Ich bzw. Deutscher Michel:

    seit Tagen wiederholen Sie immer wieder dasselbe. Verschiedene Male wurde es wiederlegt, aber trotzdem wird dieselbe Platte gedreht. Worum geht es bei ihrem Kommentar, um Diskussion oder um Indoktrination?

    Wenn Leute im Müll suchen müssen, um sich etwas beizuverdienen, dann kann man kaum behaupten, dass man wie die Made im Speck lebt. So etwas ist schon verdammt zynisch. Vielleicht sollten Sie mal den Artikel über die zu erwartende Rentersarmut lesen. Lauter fette Maden sicher.
    Von dieser Rentersarmut sind Leute betroffen, die ein für Deutschland ziemlich durchschnittliches Einkommen haben. Die ein Lebenlang einbezahlen mussten und am Ende einen Tritt in den Allerwertesten bekommen.

    Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe, aber ein bisschen Respekt und Solidarität anstatt blanker Zynismus darf schon sein.

  • @ Euro-Gegner,

    ironisch gemeint schon, aber aus der Sicht der anderen Euroländern.
    Wo die Überschüsse landen ist unwesentlich, das Geld fehlt den defizitären Ländern doch!
    Jemand muss etwas von den Überschüsse haben, man wäre in D. sonst nicht so bemüht möglichst viel zu exportieren!

  • na und sehen wir uns am 08. September in Karlsruhe zur letzten Chance ?
    oder ist es bequemer hinter dem Bildschirm ?

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