
HB KAIRO. Die staatlichen Medien in Ägypten schlagen ganz neue Töne an. Waren sie bislang das ergebene Sprachrohr von Husni Mubarak, feiern sie nun den Sturz des langjährigen Präsidenten. Sie sagten zu, sich künftig stärker um die einfachen Leute zu kümmern.
Das staatliche Fernsehen versprach sogar, ehrlicher in der Berichterstattung zu werden. Während der 18-tägigen Proteste in Ägypten, die schließlich zum Rücktritt Mubaraks führten, hatten regierungstreue Zeitungen und das staatliche Fernsehen die Demonstranten stets als eine kleine Minderheit von Unruhestiftern dargestellt. In den Straßen von Kairo herrschte der Ausnahmezustand, doch der Sender Al Nil TV zeigte verträumte Aufnahmen des Nils.
Am Samstag, einen Tag nach Mubaraks Amtsverzicht, schwenkten die Medien plötzlich um. "Das Volk hat das Regime gestürzt", meldete die führende Tageszeitung "Al Ahram". Ein Reporter des staatlichen Fernsehens berichtete über eine Siegesfeier der Demonstranten vor dem Präsidentenpalast in Kairo.
"In diesem Moment atmen die Ägypter die Freiheit", kommentierte er die ausgelassene Stimmung. "Die Haie des alten Regimes haben Ägypten ausbluten lassen", hieß es in einem Leitartikel der staatlichen Tageszeitung "Al Gomhuria".
Der Oberste Rat der Streitkräfte, der nach Mubaraks Rücktritt die Macht übernommen hat, nutzt die vom Staat finanzierten Medien nun zwar selbst, um sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Der unabhängige Verleger Hischam Kassam glaubt jedoch, dass die staatlichen Medien an Bedeutung verlieren könnten, wenn die neue Regierung die Mittel streiche. "Es ist ein langsamer Niedergang, es kann länger als ein Jahr dauern", sagte er. "Aber es ist vorbei."
Da soll sich die deutsche Presse mal nicht höchen. Nachdem Herr beust z. b.
in Hamburg abgetreten war, fand ihn die ganze rechte Presse gar nicht mehr
so bewundernswert. Und Frau Merkel und Herr Obama fanden bis zum
ägyptischen Kladderadatsch Herrn Mubarak wert mit Orden und Entwicklungsgeld behängt zu werden, obgleich ihnen sicherlich ihre Geheimdienste längst andere Geschichten erzählt haben. Der König ist tot, es lebe der König, aber der heutige Journalismus kennt die Geschichte nicht mehr.
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