Nach Mursi-Sturz
Präsidentenwahl in Ägypten beginnt

Ägypten wählt einen Nachfolger für den vom Militär gestürzten Islamisten Mohammed Mursi. Bei den Präsidentenwahl gilt der hemaligen Militärchefs Abdel Fattah al-Sisi als Favorit. Die Muslimbrüder boykottieren die Wahl.
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KairoIn Ägypten hat am Montag die Präsidentenwahl begonnen. Voller Enthusiasmus stellten sich am Morgen vor allem die Anhänger des ehemaligen Militärchefs Abdel Fattah al-Sisi vor den Wahllokalen an. Der Feldmarschall hatte im vergangenen Sommer den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt. Al-Sisi gilt als Favorit. Sein einziger Herausforderer ist der Linkspolitiker Hamdien Sabahi. Drei Jahre nach der Revolution gegen den Autokraten Husni Mubarak greift das Militär damit nach dem höchsten politischen Amt des nordafrikanischen Landes.

Al-Sisi gehörte zu den ersten Wählern, die im Kairoer Stadtteil Heliopolis zur Stimmabgabe erschienen. Für ihn war es die erste Wahl. Denn als Armeeangehöriger hatte er bislang nicht wählen dürfen. Unter den Wählern, die sich noch vor Öffnung der Wahllokale in die Warteschlangen einreihten, waren besonders viele Frauen.

Die Muslimbrüder und mehrere Revolutionsgruppen haben zum Boykott der zweitägigen Wahl aufgerufen. Viele Anhänger der Islamistenbewegung wurden seit nach dem Umsturz inhaftiert. Mehr als 53,9 Millionen Ägypter sind wahlberechtigt. Mit ersten Ergebnissen wird am Mittwoch gerechnet. Das offizielle Wahlergebnis soll am 5. Juni verkündet werden.

Vor einem Wahllokal in der nördlich von Kairo gelegenen Stadt El-Mahalla El-Kubra Kairo detonierte am Morgen ein Sprengsatz. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Seit Beginn des Arabischen Frühlings Anfang 2011 kommt es in Ägypten immer wieder zu Gewalttaten und Unruhen.

Sissi gilt Umfragen zufolge als der starke Mann, dem die meisten Ägypter zutrauen, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Daran ändert auch nichts, dass das Militär unter ihm einen harten, auch international kritisierten Kurs zur Niederschlagung der islamistischen Muslimbrüder verfolgt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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