„Nach Muster der EU“
Südamerikaner gründen Staatenbund Unasur

Die zwölf Länder Südamerikas haben einen Staatenbund zur Beschleunigung der regionalen Integration ins Leben gerufen. Die Gründungsurkunde der „Union der Südamerikanischen Nationen“ (Unasur) wurde von den Staats- und Regierungschefs am Freitag bei einem Gipfeltreffen in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia unterzeichnet.

HB BRASILIA. Den Vorsitz der Organisation übernimmt für das erste Jahr die chilenische Staatspräsidentin Michelle Bachelet. Unasur folge dem Modell der Europäischen Union, sagte der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva. Der Subkontinent werde dank der neuen Integrationsbemühungen einen „riesigen Sprung in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung“ machen, versicherte er. Die Union sei ein entscheidender Schritt in Richtung der Integration Südamerikas.

Die unter anderem von Brasilien, Argentinien und Venezuela angestrebte Gründung eines „Südamerikanischen Verteidigungsrates“ konnte dagegen in Brasilia noch nicht verwirklicht werden. Widerstand leistete vor allem die rechtskonservative Regierung von Kolumbien. Eine Arbeitsgruppe werde in den nächsten 90 Tagen einen neuen Gründungsvorschlag erarbeiten, hieß es offiziell. Die verschiedenen Interessen der Region sollten im neuen Vorschlag besser berücksichtigt werden, erklärte Lula.

Der brasilianische Präsident betonte, die EU sei als Organisation auch nicht von verschiedenen Meinungen der einzelnen Mitglieder hinsichtlich Irak-Krieg, Euro-Einführung oder Verfassung geschwächt worden. Chiles Präsidentin Bachelet erklärte unterdessen, der neue Staatenbund werde zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Südamerika sowie zu mehr Kommunikation beitragen. Damit könnten Konflikte wie der jüngste Streit zwischen Kolumbien, Venezuela und Ecuador künftig schon im Keim erstickt werden.

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