Nach Nato-Angriff
Libysche Regierung weist Berichte zurück

Einen Tag nach dem Nato-Angriff auf Gaddafis Haus nennt das Regime Namen der angeblich getöteten Kinder. Es bedauere Angriffe auf mehrere westliche Botschaften. Großbritannien weist den libyschen Botschafter aus.
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Tripolis, London, WashingtonDie libysche Regierung hat am Montag westlichen Angaben widersprochen, dass der Nato-Luftangriff in der Hauptstadt Tripolis militärischen Zielen gegolten habe. Es habe keine Kommando- und Führungsstrukturen in dem Wohngebiet gegeben, wo Nato-Bomben einen Sohn des libyschen Führers Muammar Gaddafi und drei seiner Enkelkinder getötet hätten, sagte der stellvertretende Außenminister Chaled Kaim.

Der Angriff sei der vierte Versuch gewesen, Gaddafi zu töten, der sich auch in dem Gebäude aufgehalten habe. Kaim wies auch Presseberichte zurück, der Tod der Gaddafi-Familienmitglieder sei möglicherweise eine Propagandalüge. Geistliche hätten die Leichen im Krankenhaus gesehen.

Die libysche Regierung nennt nun auch die Namen sowie das Alter der drei Enkelkinder von Machthaber Muammar al Gaddafi, die nach Angaben des Regimes bei dem NATO-Raketenangriff getötet worden sind. Dabei handele es sich um die zweijährige Carthage, die Tochter von Gaddafis Sohn Hannibal; die sechs Monate alte Mastura, Tochter von Gaddafis Tochter Aisha; sowie den 15 Monate alten Saif Mohammed, Sohn von Gaddafis Sohn Mohammed. Sie sollen neben dem zweitjüngsten Sohn Gaddafis, Saif al Arab, getötet worden sein.

Der französische Arzt Dr. Gerard Le Clouerec berichtete, dass er am Sonntag die Leichen eines Erwachsenen sowie zweier Kinder im Green Hospital in Tripolis untersucht habe. Das Gesicht des Erwachsenen sei unversehrt gewesen und sei „im Vergleich mit dem Foto, das wir gesehen haben, höchstwahrscheinlich der Sohn Gaddafis“, sagte der Chirurg, der in der libyschen Hauptstadt eine Privatklinik betreibt. Der Mann habe einen dünnen Schnurrbart sowie einen Vollbart gehabt.

Die beiden Kinder seien stark entstellt gewesen, sagte Le Clouerec. Bislang hatte die libysche Führung es abgelehnt, die Namen der drei getöteten Kinder zu nennen. Man wolle die Privatsphäre der Familie zu schützen, hatte Regierungssprecher Mussa Ibrahim gesagt.

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  • "An alle Gutmenschen: Wie würdet IHR denn den Konflikt lösen?" Frag mal Deinen Spiegel, Dust (da ist der Name wohl programm)...

    Du bezeichnest Deine Aussagen als Fakten? Worauf beruhen diese Fakten denn? Warst Du in Lybien? Verwandte, Bekannte dort? Oder beruhen diese Fakten auf gemütliche TV-Abende mit RTL und N-TV?

    Wenn irgendein Mensch Kinder tötet, gibt es riesige Schreie in Medien und Bevölkerung. Aber bei den Enkeln eines sog. Despoten ist das natürlich okay und vermutlich unvermeidbar (bzw. alternativlos).

    Dieser "Konflikt" ging uns (UN, NATO) überhaupt nichts an! Gar nichts! Lybien ist ein unabhängiges Land - und war bisher unabhängig vom Westen (SCHULDENFREI!).

  • Pedro, beim Einschalten des Gehirns bitte die Kupplung treten!

  • @ Pedro es geht nicht um ÖL schlaf weiter.

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