Nach Nato-Flug
Rätselraten um Explosionen in Tripolis

Die Lage in der libyschen Hauptstadt Tripolis ist undurchsichtig. Noch scheint es dort Gaddafi-Anhänger zu geben, die gegen die Rebellen kämpfen. Kaum noch lässt sich zwischen Freudenschüssen und Kämpfen unterscheiden.
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Tripolis/SeoulIn der libyschen Hauptstadt Tripolis sind in der Nacht zum Montag kurz nach dem Überflug einer NATO-Maschine mehrere schwere Explosionen zu hören gewesen.

Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, war zunächst nicht klar, woher die Explosionen stammten. Die Rebellen, die ihre Siege mit Freudenschüssen in die Luft gefeiert hatten wie jeden Abend, stellten nach den Explosionen das Feuer vorübergehend für einige Minuten ein.

Auch an anderer Stelle war für Verwirrung gesorgt. Etwa zehn bewaffnete Plünderer haben versucht, Möbel und elektronisches Material aus der südkoreanische Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis wegzuschleppen. Wie ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums am Montag mitteilte, ergriffen sie unverrichteter Dinge die Flucht, als das Botschaftspersonal Polizeikräfte der Rebellen zu Hilfe rief.

„Wir denken, dass die Angreifer Zivilisten waren, die sich lediglich als Rebellen ausgaben“, sagte der Sprecher. Der Vorfall, bei dem keiner der Botschaftsmitarbeiter verletzt wurde, ereignete sich demnach am Sonntagnachmittag. Wegen der NATO-Luftangriffe sowie der Kämpfe zwischen Rebellen und Anhängern des langjährigen Machthabers Muammar el Gaddafi war das meiste Botschaftspersonal Ende Mai von Tripolis nach Tunesien verlagert worden. Südkorea hat den Nationalen Übergangsrat der Rebellen als legitime libysche Regierung anerkannt.

Nach Angaben der Aufständischen ist Tripolis nahezu vollständig unter ihrer Kontrolle. Nur einige wenige bewaffnete Anhänger des langjährigen Machthabers Muammar el Gaddafi sind demnach noch aktiv, insbesondere nachts. Bei den Explosionen könnte es sich um die Bombardierung solcher Kämpfer gehandelt haben.

Die von der NATO unterstützten Rebellen hatten am vergangenen Dienstag Gaddafis Wohn- und Militärkomplex in Tripolis eingenommen. Von Gaddafi fehlt seit Tagen jede Spur.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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