Nach neuerlichem Zwischenfall in tschechischem AKW
EU schickt Atom-Experten nach Temelin

EU-Experten werden nach einer neuen Störung im tschechischen Atomkraftwerk Temelin die Sicherheit des umstrittenen tschechischen AKWs untersuchen.

HB BRÜSSEL/BERLIN. Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, sollte eine Inspektorengruppe noch am Dienstag nach Tschechien aufbrechen. Bei dem Zwischenfall in Temelin waren am Sonntag etwa 3 000 Liter radioaktiv verseuchte Kühlflüssigkeit aus dem Primärkreislauf des abgeschalteten zweiten Blocks ausgetreten.

Ein Sprecher der EU-Kommission kritisierte das Amt für Atomsicherheit in Prag. Die Geschwindigkeit der Informationsübermittlung sei „nicht zufrieden stellend“ gewesen. Die Kraftwerksleitung, die den Zwischenfall erst am Montag bekannt gegeben hatte, wies die Kritik zurück. „Weil keine Gefahr bestand, haben wir das Amt für Atomsicherheit in Prag informiert, nicht aber die Öffentlichkeit“, sagte AKW-Sprecher Milan Nebesar am Dienstag.

Nach dem Zwischenfall hatten das benachbarte Österreich und Bayern detaillierte Untersuchungen gefordert. Temelin steht rund 100 Kilometer nördlich von Linz (Oberösterreich) und etwa 230 Kilometer nordöstlich von München. In der Anlage ist es seit Oktober 2000 zu mehr als 50 Störungen gekommen. Temelin produziert derzeit keinen Strom, da der erste Block wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet ist.

Das Bundesumweltministerium in Berlin sieht keine Veranlassung, wegen der Informationspolitik Prags zu intervenieren. „Es besteht kein Anlass, jetzt da noch aktiver zu werden, als wir bereits sind“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Forderungen Bayerns, „unverzüglich detaillierte Informationen“ einzuholen, wies das Ministerium zurück. Das Amt für Atomsicherheit in Prag habe Informationen geliefert. Nach Angaben des Berliner Umweltministeriums handelte es sich nicht um einen Störfall, sondern um ein „nicht besonders gravierendes Ereignis“.

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