Nach Neuwahl-Ankündigung
May will nicht an TV-Debatten teilnehmen

Am 8. Juni sollen die Briten über ein neues Parlament abstimmen. Die britische Premierministerin Theresa May will eine stabile Mehrheit für die Brexit-Verhandlungen erreichen. TV-Debatten will sie jedoch fernbleiben.
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LondonDie britische Premierministerin Theresa May will im Zuge der angesetzten Neuwahl nicht an TV-Duellen teilnehmen. Das meldete die britische Nachrichtenagentur PA am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise. Kritik für das Vorgehen gab es via Twitter unter anderem von der Opposition. Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, schrieb: Wenn es bei der Neuwahl um Führung gehe, wie May angekündigt habe, dann solle sie einer TV-Debatte nicht ausweichen.

Auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon meldete sich via Twitter zu Wort: „Wenn die Premierministerin nicht den Mut hat, ihre Pläne mit den anderen (Partei-)Vorsitzenden im Fernsehen zu diskutieren, dann sollten die Sender ihren Stuhl leer lassen und ohne sie weitermachen.“ Die konservative britische Premierministerin May hatte am Dienstag völlig überraschend Neuwahlen für den 8. Juni angekündigt. Als Grund nannte sie vor allem Uneinigkeit im Parlament über den Brexit.

Das britische Parlament soll am Mittwochnachmittag über eine vorgezogene Neuwahl abstimmen. Das Parlament werde sich von ca. 13.45 (MESZ) an mit einem entsprechenden Antrag der Regierung befassen, teilte eine Parlamentssprecherin in London mit. Wann genau die Abstimmung stattfinden wird, war zunächst unklar.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte am Dienstag überraschend Neuwahlen für den 8. Juni angekündigt. Sie benötigt dafür eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Oppositionschef Jeremy Corbyn deutete bereits an, dass seine Fraktion für die Neuwahl stimmen wird. Und das, obwohl seine Labour Partei tief zerstritten und in den Umfragen abgeschlagen ist. Mit den Stimmen von Labour wäre May die nötige Mehrheit sicher.

Die konservative Politikerin hatte Neuwahlen bislang ausdrücklich ausgeschlossen. Die Premierministerin musste sich aber immer wieder gegen Vorwürfe wehren, sie habe kein Mandat. May war im Juli 2016 von ihrer Partei ins Amt gewählt worden, nachdem ihr Vorgänger David Cameron nach dem Brexit-Votum am 23. Juni zurückgetreten war.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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