Nach Parlamentswahlen
Islands Regierungschef tritt zurück

Nach den Einbußen bei den Parlamentswahlen ist der isländische Regierungschef Johannsson zurückgetreten. Die Wahl hatte zwar Einbußen für die regierende Koalition gebracht, aber keine klaren Mehrheitsverhältnisse.

ReykjavikNach den deutlichen Einbußen bei den vorgezogenen Parlamentswahlen ist der isländische Regierungschef Sigurdur Ingi Johannsson am Sonntag zurückgetreten. Er habe seinen Rücktritt bei Präsident Gudni Johannesson eingereicht, der ihn gebeten habe, bis zur Bildung einer neuen Regierung im Amt zu bleiben, sagte Johannsson nach dem Gespräch mit dem Präsidenten.

Die Parlamentswahl hatte zwar wie erwartet starke Einbußen für die bisherige regierende Mitte-Rechts-Koalition gebracht, aber keine klaren Mehrheitsverhältnisse. So hat auch ein von den Piraten angestrebtes Viererbündnis mit Links-Grünen, Sozialdemokraten und der Partei „Bright Future“ trotz großer Zugewinne für die Piraten keine Mehrheit im isländischen Parlament. Wer künftig in dem Inselstaat im Nordatlantik regiert, war deshalb am Tag nach der Wahl noch unklar. „Wir stehen vor einer ganz neuen Situation“, sagte der Journalist Thordur Snaer Juliusson der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. „Alles kann passieren.“

Die eigentlich erst im kommenden Jahr anstehende Parlamentswahl in Island war in Folge des Skandals um die "Panama Papers" vorgezogen worden. Die Enthüllungen sorgten in der isländischen Politik für großen Wirbel. Der damalige Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson musste im April zurückgetreten, da sein Name im Zusammenhang mit Finanzgeschäften von Briefkastenfirmen aufgetaucht war. Mit massiven Protesten setzten Islands Bürger auch vorgezogene Neuwahlen durch.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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