Nach PKK-Angriff
Türkische Panzer rücken in Nordirak ein

In ihrem Kampf gegen kurdische Rebellen ist die Türkei erneut in den Nordirak eingedrungen. Ziel ist nach dem blutigen Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK ein Lager 20 Kilometer hinter der Grenze.
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IstanbulDie türkische Armee ist als Reaktion auf einen blutigen Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK mit Panzern in den Nordirak eingerückt. Ziel des Einsatzes sei ein PKK-Lager in Haftanin, etwa 20 Kilometer hinter der Grenze, berichteten türkische Medien am Dienstag. Die PKK unterhält im Nordirak mehrere Lager, die sie zu Angriffen in der Türkei nutzt. Bereits 2008 war die Türkei bei einer großen Bodenoffensive mit Panzern in den Nordirak eingedrungen.

In der vergangenen Woche hatten PKK-Kämpfer in der Provinz Hakkari mindestens 24 Soldaten und Polizisten getötet. Die türkische Luftwaffe attackierte daraufhin auch PKK-Lager im Irak, die der Kurden-Organisation als Rückzugsgebiet dienen.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat. Etwa 45.000 Menschen haben in dem Konflikt ihr Leben verloren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Während die Kurden im Erdbebengebiet um ihre Toten und Verletzten weinen greifen 10000 Türkische Soldaten Kurden
    weiterhin im Irak an. Erdokan widerum versucht derweilen Stimmung für sich in Kurdischen Krankenhäusern zu machen.
    Solange Deutschland und die USA aus taktischen Gründen diese Überfälle der Türken auf den IRAK unterstützen, wird es keinen Frieden geben. Die Kurden sind die Palis der Türkei und nicht weniger oder mehr. Wäre Israel auf dem Gebiet der Türkei beheimatet,gebe es ein Israelis,Kurdisches Problem und alle Staaten würden auf Eiern gehen.

  • Es stimmt mich jedesmal traurig und erzürnt einem auch mit Wut, das nicht nur in der Außenpolitik, sondern auch in den Medien so offensichtlich eine doppelte Moral ausgelebt wird. Als eins von vielen Beispielen kann man Yassin Arafat nehmen. Er hat den Friedensnobelpreis erhalten und kurz danach wurde er und seine PLO wieder mal zum Terroristen abgestempelt. Hier in diesem Beitrag werden PKK Terroristen, die unschuldige Zivilisten töten, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob es sich dabei um Kurden oder Türken handelt, als "kurdische Rebellen" oder die PKK als "kurdische Arbeiterpartei" bezeichnet. Alleine in diesem Monat sind bei PKK Attentaten mehr als 30 Menschen umgebracht worden. Wenn man solche Artikel schreibt und auch so eine Außenpolitik betreibt, dann darf man sich auch nicht wundern, das Länder wie Türkei und auch die arabischen Länder eine dem entsprechende Außenpolitik anstrebt.

  • Die Kurden fordern seit langem einen eigenen Staat auf den Gebieten der Türkei und des Irak und werden immer wieder mit Waffengewalt daran erinnert, daß das weder die Türkei noch der Irak wünscht. Insbesondere Erdogan, der in anderen Angelegenheiten (zum Beispiel Palästina) so ein Geschrei macht und sich dort auf die Bestandsgarantie der Menscherechte beruft, geht hier, wie seine Vorfahren gegen die Armenier, mit international zu ächtender Härte vor, wird aber als NATO-Mitglied kaum Rügen einstecken müssen. Hier zeigt sich mal wieder die Beliebigkeit des Begriffs "Menschenrechte", nicht mehr als eine politische Handelsware, die wohlfeil für den zu haben ist, der bezahlen kann.

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