Nach Plagiatsaffäre
Ungarns Präsident Schmitt verkündet seinen Rücktritt

Fast seine gesamte Doktorarbeit hat Pal Schmitt abgeschrieben, wie Ermittlungen ergaben. In Konsequenz legte Ungarns Staatspräsident nun sein Amt nieder - trotz der Bemühungen von Ministerpräsident Viktor Orban.
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Der ungarische Staatspräsident Pal Schmitt ist nach einem Plagiatsskandal zurückgetreten. „Das Staatsoberhaupt verkörpert die Einheit der Nation. In der gegenwärtigen Situation fühle ich mich deshalb verpflichtet, das Mandat des Präsidenten zurückzugeben“, erklärte der rechts-konservative Politiker am Montag im Budapester Parlament.

Ermittlungen der Budapester Semmelweis-Universität hatten ergeben, dass etwa 200 der 215 Seiten von Schmitts Arbeit über die modernen Olympischen Spiele weitgehend von zwei anderen Autoren abgeschrieben waren. Der im Jahr 1992 erworbene Doktortitel wurde ihm in der vergangenen Woche entzogen.

Der rechts-konservative Ministerpräsident Viktor Orban hatte zunächst noch versucht, den umstrittenen Präsidenten im Amt zu halten. „Der Staatspräsident ist unantastbar“, hatte Orban Ende vergangener Woche erklärt. Schmitt hatte in einem Fernsehinterview am Freitagabend gesagt, er habe seine Doktorarbeit „nach bestem Wissen und Gewissen“ verfertigt. In Orbans Regierungspartei Fidesz (Bund Junger Demokraten) war aber zuletzt erheblicher Widerstand gegen den Verbleib Schmitts im Amt aufgekommen.

Der Rektor der betreffenden Hochschule, Tivadar Tulassay, hatte im Zuge der Plagiatsaffäre bereits am Sonntag seinen Rücktritt angekündigt. Schmitt war 2010 für eine fünfjährige Amtszeit gewählt worden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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