Nach politischer Säuberung
Nordkorea für Seoul unberechenbarer geworden

Nach versöhnlichen Tönen aus Nordkorea schlägt Südkorea dem Nachbarn neue Zusammentreffen auseinandergerissener Familien vor. Zugleich warnt Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye aber vor dem Regime.
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SeoulDie jüngste politische Säuberung hat das nordkoreanische Regime nach den Worten der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye noch unberechenbarer gemacht. Südkorea müsse auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. „Ich kann nicht sagen, was Nordkorea in Zukunft tun wird“, sagte Park am Montag in Seoul bei einer Neujahrs-Pressekonferenz.

Angesichts der Vorgänge in Nordkorea und des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm nannte Park die Lage „ernster denn je“. Zugleich rief sie Pjöngjang auf, zusammen mit Seoul neue Begegnungen von Angehörigen auseinandergerissener koreanischer Familien zu ermöglichen.

Der in Ungnade gefallene Onkel des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Jang Song Thaek, war im Dezember wegen des Vorwurfs des Hochverrats hingerichtet worden. Park warf der Führung in Pjöngjang deswegen große Grausamkeit vor. Die Exekution habe gezeigt, „wie brutal das Regime sein kann“. Jang war hingerichtet worden.

Park begrüßte jedoch auch die versöhnlichen Worte in der Neujahrsansprache Kims. Dieser hatte erklärt, sich energisch für eine Verbesserung der Beziehungen zu Seoul einsetzen zu wollen. „Wichtig sind jedoch Taten, nicht Worte“, betonte Park. Sie bekräftigte, prinzipiell zu einem Treffen mit Kim bereit zu sein. Es müsse dabei allerdings konkrete Ergebnisse für den Frieden geben. Park rief Pjöngjang erneut auf, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben.

Kurz nach Parks Pressekonferenz schlug Südkorea offiziell Gespräche über neue Familientreffen vor. Die im vergangenen September geplanten Treffen sollten Ende Januar zum Mondneujahrstag nachgeholt werden, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Nordkorea seien dazu per Fax Arbeitsgespräche der Rot-Kreuz-Verbände beider Seiten am kommenden Freitag vorgeschlagen worden.

Das Zustandekommen der Familientreffen wäre ein wichtiges Signal einer Annäherung. Pjöngjang hatte mit der kurzfristigen Absage der geplanten Familienkontakte im September für große Enttäuschung in Südkorea gesorgt. Die ersten organisierten Treffen dieser Art seit drei Jahren sollten in Nordkorea stattfinden. Die Landesteilung und der Korea-Krieg (1950 bis 1953) hatte unzählige Familien auseinandergerissen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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