Nach Präsidentenwechsel
Lage in Bolivien hat sich beruhigt

Gut einen Tag nach dem Wechsel im Präsidentenamt hat sich die Lage in Bolivien entspannt. Im ganzen Land wurden am Samstag Straßensperren geräumt, Tanklastwagen brachten dringend benötigte Benzin- und Diesellieferungen in die Millionenstadt La Paz.

HB LA PAZ. Hunderte Hausfrauen warteten in langen Schlangen auf Gasflaschen zum Kochen. Die Streiks und Proteste in der Nachbarstadt El Alto seien de facto beendet, sagte Bürgermeister José Luis Paredes. Auch der wichtige Flughafen von El Alto nahm wieder den Betrieb auf. Der neue Präsident Eduardo Rodríguez Veltzé lud die Anführer der Proteste in El Alto zu einem Gespräch ein. Unterdessen begannen Kokabauern, Landarbeiter und Bergarbeiter, die wochenlang am Regierungssitz La Paz für eine verfassungsgebende Versammlung und die Verstaatlichung der Erdgasindustrie im Osten des Landes demonstriert hatten, die Stadt zu verlassen.



In der Nacht zum Freitag hatte das Parlament in der Hauptstadt Sucre das Rücktrittsangebot von Präsident Carlos Mesa angenommen und den bisherigen Präsidenten des Obersten Gerichts, Rodríguez, zum Staats- und Regierungschef ernannt. Laut Verfassung muss er nun als Interimspräsident innerhalb der nächsten sechs Monate Neuwahlen ausschreiben.

Mesa hatte seinen Rücktritt am Montag angeboten. Er warnte, das Andenland stehe am Rande eines Bürgerkriegs. In den Wochen zuvor war der Streit um die Ausbeutung von Bodenschätzen eskaliert und hatte das öffentliche Leben lahm gelegt.

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