Nach Protesten
Syrische Sicherheitskräfte stürmen Stadt

Syrische Sicherheitskräfte haben den Ort Baida gestürmt. Zuvor war es dort zu Protesten gegen Präsident Baschar al-Assad gekommen.
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In Syrien versuchen die Sicherheitskräfte von Präsident Baschar al-Assad mit aller Macht die regierungskritischen Proteste zu unterdrücken. Am Dienstag stürmten sie den hauptsächlich von Sunniten bewohnten Ort Baida in der Nähe der Hafenstadt Banias.

Baida sei zuvor von Polizisten und Soldaten eingekesselt worden, berichteten Demonstranten. Bei Schießereien seien vier Menschen getötet worden. Seit Beginn der Proteste vor rund vier Wochen kamen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Damascus Declaration Group bis zu 200 Menschen ums Leben.

Assad ist bisher kaum auf die Forderungen der Demonstranten eingegangen. Die syrischen Behörden geben bewaffneten Gruppen und Spionen die Schuld an der Gewalt. Der Präsident spricht von einer Verschwörung.

„Das Regime schickt seine Truppen los, um Städte zu belagern und Zivilisten zu terrorisieren, während die Demonstranten in Syrien „friedlich, friedlich' rufen“, schilderte die Damascus Declaration Group in einem Brief an die Arabische Liga die Lage in Syrien. Die Organisation rief die Liga auf, gegen die syrische Regierung politische, diplomatische und wirtschaftliche Sanktionen zu verhängen.

Neben den Toten seien bei den Protesten auch Hunderte verletzt oder festgenommen worden. Human Rights Watch beschuldigte die syrischen Streitkräfte, Verwundete daran zu hindern, Krankenhäuser aufzusuchen oder sich medizinisch versorgen zu lassen.

Vor etwa einem Monat schwappte die Welle von Reformbewegungen in Nordafrika und im Nahen Osten auch auf Syrien über. Die Herrscherfamilie gehört zu den schiitischen Alawiten, die zehn Prozent der 20 Millionen Syrer ausmachen.

Syrien wird seit fünf Jahrzehnten über Notstandgesetze regiert. Assads Vater hatte in den 80er Jahren einen Aufstand niedergeschlagen. Dabei kamen bis zu 30.000 Menschen ums Leben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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