Nach Putin-Attacke

USA skeptisch bei Syrien-Diplomatie

Die US-Regierung rechnet nicht mit einer schnellen diplomatischen Lösung für Syrien. Der russische Präsident Putin warnt die Amerikaner vor einem Militärschlag. Und die syrischen Rebellen lehnen den Vorschlag Moskaus ab.
Update: 12.09.2013 - 13:12 Uhr 16 Kommentare
Eine widerwillige Einigung im Syrien-Konflikt: Syrien soll seine Chemiewaffen ausliefern. Quelle: ap

Eine widerwillige Einigung im Syrien-Konflikt: Syrien soll seine Chemiewaffen ausliefern.

(Foto: ap)

WashingtonUnmittelbar vor einem Treffen der Außenminister der USA und Russlands gestalten sich die Bemühungen um konkrete Schritte zur Kontrolle der syrischen Chemiewaffen schwierig. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach in einem Beitrag für die „New York Times“ zwar von wachsendem Vertrauen zwischen ihm und US-Präsident Barack Obama. Zugleich griff er die USA jedoch scharf an und warnte erneut vor einem Militärschlag gegen das Regime von Baschar al-Assad. Der US-Geheimdienst CIA begann einem Bericht der „Washington Post“ zufolge damit, leichte Waffen an die syrischen Rebellen zu liefern.

Die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow wollten noch am Donnerstag in Genf zusammenkommen und mindestens bis Freitag über das weitere Vorgehen verhandeln. Russland wolle bei dem Treffen einen Vier-Stufen-Plan zur Vernichtung der Chemiewaffenarsenale im Bürgerkriegsland Syrien vorschlagen, berichtete die Moskauer Zeitung „Kommersant“. Sie berief sich auf diplomatische Kreise in Russland.

Demnach soll sich Syrien in einem ersten Schritt der internationalen Chemiewaffenkonvention anschließen, was das Assad-Regime jüngst angekündigt hatte. Die zweite Stufe sei die Offenlegung der Lager- und Produktionsstätten. In einem dritten Schritt sollen Inspekteure die Arsenale begutachten. Die vierte Etappe schließlich befasse sich mit der Vernichtung der Waffen, wobei Russland und die USA kooperieren könnten.

„Ich bin überzeugt, dass es eine Chance für Frieden in Syrien gibt“, sagte Lawrow, der zunächst in Kasachstan weilte, vor seinem Abflug nach Genf. Kerry kam dort gegen Mittag an. Die syrischen Regimegegner lehnen Russlands Vorschlag rundweg ab.

Auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezweifelt, dass Syrien sich an die Absprachen hält. „Das Assad-Regime hat sich noch an keine seiner Zusagen gehalten", sagte Erdogan am Donnerstag in einer Rede in Istanbul. Vielmehr habe die Führung in Damaskus Zeit für neue Massaker gewonnen. „Wir haben Zweifel, dass die Zusagen bezüglich der Chemiewaffen auch erfüllt werden.“

Amerika sei ein Staat, der sich allein auf rohe Gewalt verlässt.
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16 Kommentare zu "Nach Putin-Attacke: USA skeptisch bei Syrien-Diplomatie"

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  • Die Amis suchen krampfhaft nach einem Grund die Verhandlungen scheitern zu lassen und einen Krieg zu führen.

    Ja, so ist das wenn ein "Friedensnobelpreisträger" unbedingt einen Krieg will.

  • @fsteiner

    Und Giftgas hat Erdogan übrigens auch schon eingesetzt (Anm: diese Gase sind im Krieg als chemische Waffen verboten, nur auf Demonstranten dürfen sie angewendet werden) - ganz offen, Claudia Roth hat es auch geschnuppert und kann als Zeuge dienen, falls Obama die Genehmigung des Congress dafür einholen will.

  • Zur Einschätzung der Lage ein link, der in der Presse selten erwähnt wird: ein von 12 ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern mit vollem Namen unterschriebener Brief an Obama mit ihrer Einschätzung, werdie Urheber des Giftgasangriffs gewesen sind:

    http://consortiumnews.com/2013/09/06/obama-warned-on-syrian-intel/

  • BRD, du kannst ja wählen. Fühlst du dich besser, geborgener, moralisch bestätigter bei dem (exKGB) Nachbarn im Osten oder bei Jenem der wenigstens versucht etwas aufrichtiger und ohne Zynismus zu handeln in dieser leider sehr schlechten (politischen) Welt !?

  • O-Ton Washington Post
    -------------------------
    Der US-Geheimdienst CIA begann einem Bericht der „Washington Post“ zufolge damit, leichte Waffen an die syrischen Rebellen zu liefern.
    -------------------------

    Die bisherige Belieferung über Saudiarabien war mit dem Problem verbunden, daß man die Waffen durch den Irak schmuggeln mußte, dessen Regierung das Treiben der Terroristen so weit ihr möglich unterbindet.

    Auch die vermehrten Autobombenattacken auf die Zivilbevölkerung in Baghdad werden von den sunnitischen Terroristen verübt.

    ...

    Einer der Vorteile, den das Obama-Regime aus dem selbstinszenierten Giftgasangriff zu ziehen versucht ist, daß es sich den kostspieligen Umweg über Saudiarabien bei der Terroristenbewaffnung nun sparen kann.

    Auch soll so die eigene Bevöklerung hinsichtlich der geplanten offenen Kriegshandlungen in Syrien weiter enthemmt werden.

  • Ich habe heute beim Autofahren im Radio gehört, dass in Istambul auf den Straßen Unruhen herrschen. Da scheint auch Demokratie in Gefahr zu sein. Sind die Amis schon über das Thema informiert? Ihre Schife sind doch in der Nähe. Evtl.

  • Wer hat Erdügan nach seiner Meinung gefragt, wenn die Großen reden die Marionetten haben zu schweigen.

  • Ja, das stimmt alles. Aber das wirklich Gefährliche ist, daß es letztlich um noch viel mehr geht.

    Es geht darum, Rußland (Gazprom) mittels billigem Katargas aus Europa zu verdrängen und finanziell zu ruinieren und China generell von Rohstoffen und Verbündeten abzuschneiden (Einkreisungspolitik): China und Rußland als letzte Widerstandsbastion sind letztendlich das Ziel (schon seit Afghanistan, deshalb sind nämlich Awacs-Luftfernaufklärer dort, obwohl noch niemand eine Taliban-Luftwaffe gesehen hat).

    Putin WEISS DAS und wird bei der Unterstützung Syriens (seines letzten Verbündeten im Mittelmeer) bis zum Äußersten gehen. Die Gefahr eines 3. Weltkriegs ist groß - und dann ist alles in Gottes Hand.

  • @pro_D

    Warum wurde "9-11" (gestern) dieses Jahr kaum erwähnt?

    Offenbar sind Obama und seine Administration zu Al-Kaida übergelaufen und - wie schon Libyen gezeigt hat bomben jeden weg, der ihren neuen Freunden im Weg steht bzw liefert ihnen Waffen. Da wäre es unpassend, wegen den Opfern besagter Terrororganisation auch noch große Trauer zu heucheln! Das muß man verstehen.

    Oder Klartext, damit es jeder versteht: Al-CIAda ist eine US-Kreation, vermutlich von CIA organisiert (möglicherweise in Zusammenarbeit mit Israel und Saudiarabien). Diese Terroristen dienten erst in Afghanistan (als Helfer der Taliban gegen die Russen), dann als "war-of-terror"-Dummy um nach 9-11 die Freiheiten der westlichen Welt Schritt für Schritt zu eliminieren - und jetzt (und damals in Tschetschenien) dienen sie als Söldner für die versteckten Angriffskriege auf unliebsame Nationen, finanziert und ausgerüstet von besagten Nationen oben. Wer das jetzt noch für eine "Verschwörungstheorie" hält, dem ist nicht zu helfen.

    Hier stellen sich Obamas neue Freunde vor, die vielleicht schon bald in Syrien an die Macht gebombt werden:

    http://www.iknews.de/2013/09/10/das-laute-schweigen-ueber-die-getoeteten-un-mitarbeiter-in-syrien/

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/michael-snyder/obamas-psychopathische-rebellen-zerstueckeln-kleines-maedchen-bei-lebendigem-leibe.html

    Weitere Massaker und Greueltaten lassen sich leicht im Internet finden - und dies ist auch der Grund, warum die syrische Vielvölker-Armee noch nicht zerfallen ist: die Syrer wissen was ihnen blüht, wenn diese Monster an die Macht kommen, auch die Sunniten dort.

    DIE USA WERDEN SICH DIESEN KRIEG NICHT NEHMEN LASSEN -

    Jedenfalls nicht wegen ein paar diplomatischen Winkelzüge. Die US-Kriegsschiffe sind schon VOR dem Giftgas-Anschlag ausgelaufen. Der Angriff ist FEST GEPLANT. Und die "freie westliche" Presse schweigt!

  • @thomas-melber

    Aber,aber, dort wird doch nur für die Menschenrechte eingeschritten, oder doch nicht?


    Schmutzige Deals: Worum es im Syrien-Krieg wirklich geht

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 31.08.13, 03:35 | 182 Kommentare

    Syrien ist der Spielball in einem knallharten wirtschaftlichen Konflikt um den globalen Energie-Markt. Es geht um den Zugriff auf Erdöl und Erdgas und um die Währung, in der diese Ressourcen bezahlt werden. Die Amerikaner haben viel zu verlieren, die Russen auch.
    Der Strippenzieher im Hintergrund kommt aus Saudi-Arabien.

    Der saudische Geheimdienst-Chef Bandar bin Sultan wollte mit Russlands Präsident Wladimir Putin einen Deal schließen, der dem Gazprom-Konzern eine wirtschaftliche Perspektive nach dem Sturz von Assad in Syrien eröffnet hätte. Putin lehnte ab.


    weiter unter
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/31/schmutzige-deals-worum-es-im-syrien-krieg-wirklich-geht/

    Man lese dort auch den aufschlußreichen Leser-Kommentar eines Dr. Izzeddin Musa

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