Nach Putsch im März
Malis Präsident ernennt Cissoko zum Regierungschef

Django Cissoko macht Karriere. Der frühere Mitarbeiter in Malis Präsidialamt wird nun selbst Ministerpräsident. Zu verdanken hat er das einem Hauptmann des Militärs, der der Meinung war, Cissokos Vorgänger müsse gehen.
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BamakoIn Mali hat Übergangspräsident Diouncounda Traore am Dienstagabend Django Cissoko zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. Der frühere führenden Mitarbeiter im Präsidialamt löst Cheick Modibo Diarra ab, den das Militär am Vortag gezwungen hatte, als Ministerpräsident zurückzutreten. Ein entsprechendes Dekret des Präsidenten wurde am Abend im Fernsehen verlesen.

Diarra war bei der Ausreise nach Frankreich vom Militär festgenommen worden. Hauptmann Amadou Sanogo, der den Einsatz angeordnet hatte, sagte im Fernsehen, es sei beim Rücktritt Diarras keine Gewalt angewandt worden. „Wir haben ihn nur unterstützt“, sagte Sanogo, der bereits am Putsch des Militärs im März beteiligt war. Vor einigen Wochen habe Diarra gesagt, wenn irgendjemand wolle, dass er gehe, werde er seinen Rücktritt anbieten - „nicht dem Präsidenten, sondern uns“, fügte Sanogo hinzu. „Und gestern waren wir der Meinung, dass es für ihn Zeit ist zu gehen.“

Die Soldaten hatten im Frühjahr die Macht in Mali an sich gerissen und sie auch nach der Übergabe der Amtsgeschäfte an eine zivile Führung beibehalten. Die Stabilisierung in dem westafrikanischen Land, in dessen Norden Islamisten mit Verbindungen zur Al-Kaida die Kontrolle haben, wird nun noch schwerer. Die Europäische Union will etwa 250 Ausbilder nach Mali schicken, um die Armee im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen. Deutschland hat seine Bereitschaft zur Beteiligung signalisiert.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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