Nach Raketenangriffen
Israels Luftwaffe beschießt Gazastreifen

In Israel fliegen erneut Raketen. Nachdem militante Palästinenser die Küstenstadt Aschkelon beschossen haben, antwortete die israelische Luftwaffe nun mit einem Vergeltungsschlag. Verletzt wurde aber niemand.
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Tel Aviv/GazaNeuer Schlagabtausch in Nahost: Israels Luftwaffe hat am Montag nach Raketenangriffen militanter Palästinenser ein Ziel im nördlichen Gazastreifen bombardiert. Nach Angaben der im Gazastreifen herrschenden Hamas wurde ein Trainingszentrum militanter Palästinenser von einer Rakete getroffen. Israels Armee nahm unterdessen am frühen Montag in den Städten Hebron und Nablus im Westjordanland 16 Hamas-Mitglieder fest, darunter zwei Abgeordnete.

In der Nacht hatte das Abwehrsystem Eisenkuppel über der israelischen Küstenstadt Aschkelon eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete abgefangen. Eine weitere Rakete sei offenbar im Umkreis der Stadt eingeschlagen, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv. Bereits am Sonntag war eine Mörsergranate auf israelischem Gebiet eingeschlagen. Weder in Israel noch im Gazastreifen gab es Verletzte.

Die Raketenangriffe kamen nur wenige Stunden nach der Entscheidung Israels, eine weitere Gruppe von 26 palästinensischen Langzeithäftlingen aus dem Gefängnis freizulassen. Insgesamt sollen im Verlauf der Ende Juli unter US-Vermittlung wiederaufgenommenen Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern 104 Häftlinge freikommen, die noch vor Unterzeichnung der ersten Friedensverträge vor 20 Jahren festgenommen worden waren.

Die israelische Gefängnisbehörde veröffentlichte in der Nacht zum Montag eine Liste mit den Namen der freizulassenden Häftlinge, von denen alle wegen Mordes verurteilt wurden. Fünf der 26 sollen am Dienstagabend in den Gazastreifen und der Rest ins Westjordanland gebracht werden.

Eine erste Gruppe von 26 Palästinensern war Mitte August auf freien Fuß gesetzt worden. Angesichts mehrerer Anschläge im Westjordanland fordern rechtsorientierte Israelis jedoch, keine weiteren Häftlinge freizulassen. In den drei Monaten seit Beginn der Friedensgespräche sind bei gewaltsamen Zwischenfällen im Westjordanland drei Israelis und neun Palästinenser getötet worden.

Auch kurz vor der Freilassung von Häftlingen im August hatte es einen Raketenangriff militanter Palästinenser gegeben, Israels Luftwaffe reagierte damals ebenfalls mit Angriffen auf verdeckte Abschussrampen im Norden des Palästinensergebiets.

Der ehemalige Chef des israelischen Nationalen Sicherheitsrats, Itamar Jaar, sagte am Montag, die neuen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen seien als ein Signal der Hamas gedacht. „Wer meint, man könne nur Vereinbarungen mit der (gemäßigten) Palästinenserbehörde treffen, muss auch an die Menschen in Gaza denken“, sagte Jaar. Hamas habe heute weniger Verbündete in der arabischen Welt und befinde sich in einer schweren Krise.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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