Nach Raketenstart
Nordkorea spaltet Uno-Sicherheitsrat

Nach dem Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete haben sich die Vereinten Nationen zunächst nicht über das weitere Vorgehen einigen können. Eine dreistündige Sitzung des Sicherheitsrates brachte am Sonntagabend keine Lösung.

HB NEW YORK. Die Mitglieder konnten sich noch nicht mal auf eine Ächtung einigen, die in solchen Fällen üblich ist. Diplomaten zufolge gab es Widerstand von China, Russland, Libyen und Vietnam.

„Wir befinden uns an einem sehr heiklen Punkt“, sagte der chinesische Botschafter Zhang Yesui nach dem Abbruch der Gespräche. Alle beteiligten Länder sollten sich nach seinen Worten zurückhalten, um Spannungen nicht zu vergrößern.

Am Abend (Ortszeit) setzten Diplomaten ihre bilateralen Gespräche fort. Die USA, Großbritannien, Frankreich und Japan arbeiteten einen Entwurf für eine Uno-Resolution aus, die Ende der Woche verabschiedet werden könnte. Sie sieht eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea vor.

Die Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates beantragte Japan, nachdem die Langstreckenrakete am Sonntagmorgen über sein Territorium geflogen war. Ob sie wie von Pjöngjang gemeldet einen Satelliten ins All schickte oder ins Meer stürzte, blieb vorerst unklar.

Der Raketenstart löste weltweite Empörung aus. US-Präsident Barack Obama sprach während einer Rede in Prag von einer Provokation, die die Stabilität im Fernen Osten bedrohe. Die Europäische Union und die Nato schlossen sich dieser Einschätzung an.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte noch vor der Sitzung des Sicherheitsrates, der Raketenstart sei „nicht zielführend für die Bemühungen um Förderung von Dialog, regionalem Frieden und Stabilität“. Obama zufolge handelte es sich um eine klare Verletzung der Uno-Resolution 1718, die Nordkorea die Entwicklung und den Einsatz ballistischer Waffensystem ausdrücklich verbietet. Japan und Südkorea warfen der Regierung in Pjöngjang vor, gezielt eine neue Rüstungstechnik erproben zu wollen.

Russland rief indessen alle Staaten zu Besonnenheit auf. Nordkorea habe Moskau vorab über den Raketenstart informiert, erklärte Außenamtssprecher Andrej Nesterenko. Der Iran, der wie Nordkorea wegen eines mutmaßlichen Atomwaffenprogrammes in der Kritik steht, erklärte, Nordkorea habe ein Recht darauf, einen Satelliten ins All zu befördern. Der Druck, der nun auf Pjöngjang ausgeübt werde, sei unfair und unredlich, hieß es in einem Kommentar des staatlichen Fernsehens.

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