Nach Raketentest: Trump schließt Militäraktion gegen Iran nicht aus

Nach Raketentest
Trump schließt Militäraktion gegen Iran nicht aus

Mit einem Raketentest hat der Iran US-Präsident Trump verärgert. Waffen des getesteten Typs ließen sich auch mit Atomsprengköpfen bestücken – allerdings besitzt der Iran keine solchen. Dennoch droht Trump Reaktionen an.
  • 10

Washington/BerlinDie US-Regierung unter Donald Trump bereitet nach Informationen aus Sicherheitskreisen Sanktionen gegen Iran vor. Die schon für den (heutigen) Freitag vorgesehenen Strafen folgten auf den jüngsten iranischen Raketentest, teilten mit der Sache vertraute US-Vertreter mit. Die Sanktionen könnten demnach bis zu zwei Dutzend Iraner, Unternehmen sowie Behörden treffen.

Gegen rund acht Einrichtungen oder Individuen gebe es Vorwürfe im Zusammenhang mit Terror, gegen 17 weitere in Verbindung mit Raketen. Aus dem Kreis der Informierten verlautete, die neuen Strafmaßnahmen seien so ausgelegt, dass sie nicht gegen die Nuklearvereinbarung von 2015 verstoßen.

Die neuen Sanktionen seien schon länger in Vorbereitung gewesen, sagten die Insider. Der Raketentest habe Trump schließlich mit dazu veranlasst, die Strafmaßnahmen einzuleiten. Von der US-Regierung gab es zunächst keine Stellungnahme.

Das Weiße Haus und das Außenministerium wollten die Angelegenheit nicht kommentieren. Republikaner und Demokraten hatten Trump zuvor aufgefordert, den iranischen Raketentest vom Sonntag nicht ungestraft zu lassen. Mehr als ein Dutzend Politiker appellierten in einem Schreiben an den Präsidenten, die Anführer im Iran müssten ausreichend Druck spüren, um solche destabilisierenden Aktivitäten zu beenden.

Auf bereits vorher geäußerte Drohungen der Vereinigten Staaten reagierte der Iran unterdessen wütend. Ein Berater von Ajatollah Ali Chamenei, Ali-Achbar Welajati, sagte diese Woche voraus, die USA würden der Verlierer sein. „Es ist nicht das erste Mal, dass eine naive Person aus den USA Iran bedroht“, sagte er einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Nach dem jüngsten Raketentest des Iran ließ US-Präsident Donald Trump zunächst offen, wie die Reaktion seines Landes darauf ausfallen würde. Es sei „nichts ausgeschlossen“, sagte der Republikaner am Donnerstag auf die Frage, ob er auch militärische Optionen erwäge.

Die Islamische Republik hatte am Wochenende eine Mittelstreckenrakete getestet. Es war die erste derartige Erprobung seit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar. Die US-Regierung hatte den Iran deswegen schon am Mittwoch „verwarnt“. Die Führung in Teheran wies die Kritik zurück. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums bezeichnete die Diskussion in den USA als „grundlos und provokativ“.

Nach Angaben von US-Regierungsmitarbeitern zieht Präsident Donald Trump im Verhältnis zum Iran „eine ganze Reihe von Optionen“ in Erwägung. Dazu gehörten auch militärische Optionen. Aber auch strengere Sanktionen seien möglich, schrieb das „Wall Street Journal“.

Der US-Kongress arbeitet den Berichten zufolge an einer Maßnahme gegen die iranischen Revolutionsgarden. Diese könne frühestens im März fertig ausgearbeitet sein. Die Garde hat seit einiger Zeit mehrere provokative Akte, etwa gegen Handelsschiffe im Persischen Golf ausgeführt.

Kommentare zu " Nach Raketentest: Trump schließt Militäraktion gegen Iran nicht aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Herr Tomas Maidan

    >> Für ein Land wie Russland, das ausser Öl und Gas eigentlich keine gescheiten Produkte exportiert >>

    Wie der Name Maidan schon verrät, muss es sich bei diesem Propagandisten um einen Systemlügner aus der Ukraine handeln.

    Neben Gas- und Öl exportiert Russland noch Kernkraftwerke, Trägerraketen für Satelliten, Waffen aller Art und Gattungen, Holz, Edelmetalle, Eisenerzeugnisse, Maschinen, Autos ( Lada - Niva ),Software für westlichen Firmen ( Joint-Ventures )............und vieles, vieles mehr !

    Die Ukraine exportiert Korruption, Kleptokratie, Oligarchie, Russophobie, Neonazionalismus, Faschismus, Lügen und Hass !

  • Das einzig Gute an Trumps Kriegszündelei im Nahen Osten ist, dass der Ölpreis in die Höhe geht. Für ein Land wie Russland, das ausser Öl und Gas eigentlich keine gescheiten Produkte exportiert (weil die klügsten Köpfe nur mit Propaganda beschäftigt sind), ist dies überlebenswichtig. So gesehen haben sich die russischen Mühen, diesen irren Trump an die Macht zu bringen, bereits ausgezahlt. Glückwunsch.

  • Nanu? Hatten uns die Trumpisten ihren Kandidaten nicht als einen kommenden Friedenspräsidenten verkauft? Immer wieder war von ihnen zu lesen, dass Clinton den dritten Weltkrieg auslösen würde - Trump dagegen zu einer Entspannung beitragen würde. Das war damals natürlich bereits eine lächerliche Propaganda. Und nun sieht man die Realität: Trump droht dem Iran. Und Iran wird vermutlich weiter eskalieren. Können mir die Trump.Fans dies mal bitte erklären?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%